Noodlicious Ghost Pepper Flavour

Schwarz, scharf, günstig und dann auch noch lecker. So muss das sein.

Und weiter geht es mit der Reihe „Gute Ramen und ihre billigen Nachbauten“. Nachdem wir uns letztens schon mit den eher enttäuschenden Buldak-Dupes vom Aldi befasst hatten, kümmern wir uns heute um etwas Kleines, Schwarzes und hoffentlich Scharfes. Unser lieber Sam hatte neulich im Action neben fantastisch leckerem Duschschaum (kauft den mal, wenn er noch da ist: Kokos-Ananas-Duschschaum von Chupa Chups. Geiles Zeug!) auch eine neue Sorte Ramen entdeckt, die in ihrer Aufmachung doch ziemlich den Daebak Ghost Pepper ähneln. Diese vermutlich schärfsten Nudeln der Welt hatten wir vor einiger Zeit schon getestet und waren durchaus zufrieden, was Schärfe, Geschmack und das gesamte Nudelerlebnis angeht. Mal schauen, ob die um einiges günstigere Kopie da mithalten kann oder ob es hier heißt „Was nix kostet, ist auch nix“.

Die Nudeln sind von der Action-Exklusivmarke Noodlicious. Falls ihr keinen Action in der Nähe habt, habt ihr also in dem Fall leider Pech gehabt, die Dinger gibt es ausschließlich dort. Hergestellt wurden sie in China, und viel mehr Background-Infos gibt es diesmal nicht. Noodlicious hat mittlerweile ein recht reichhaltiges Portfolio, es gibt viele günstige Tüten- und Cupnudeln. Eine Sorte hatten wir schon mal probiert, die Super Hot and Spicy, und waren relativ unbeeindruckt. Mal schauen, ob die Ghost Pepper zum Superschnäppchenpreis von nur 89 Cent ein bisschen mehr draufhaben. Im Gegensatz zu den Daebak, die ja mit Warnhinweisen auf der Packung fast schon übertreiben – mit Recht allerdings, denn die waren wirklich extrem scharf – stehen hier keine weiteren Angaben bezüglich Schärfe, Scoville und Co. Die abgedruckten Figuren sehen diesmal eher gruselig als niedlich aus: Ein Geist mit vielen Zähnen, eine garstig dreinschauende, brennende Chili… Aber davon lassen wir uns nicht abschrecken. Wir essen das jetzt! 💪

Ein kurzer Blick auf die Inhaltsstoffe lässt vermuten, dass gar nicht wirklich echte Ghost Pepper-Chilis verarbeitet wurden, es handelt sich wohl nur um Ghost‑Pepper‑Geschmack. In den Zutaten tauchen sie jedenfalls nicht explizit auf. Was aber auftaucht ist unter anderem Sojasoße, Zucker, Chilipulver, Zwiebel, Knoblauch – so weit, so unspektakulär. Neben der Soße ist noch ein Tütchen mit Öl dabei, das scheint aber nur ganz stinknormales Sojaöl zu sein. Während das bei den Daebak ja geradezu höllisch scharf war, ist es hier, zumindest laut Zutatenliste, einfach nur ganz profanes Öl. Und ein weiteres Beutelchen mit Sesam und ziemlich klein geschredderten Norialgen gibt es. Die Kalorienanzahl ist beachtlich: 486 pro 100 Gramm. Ich glaube, so viel hatten wir bisher noch nie. Zum Glück ist es mit 80 Gramm eine eher figurfreundliche Portion. ^^

Zubereitung

Den Deckel öffnen, die Päckchen herausnehmen. 300 ml kochendes Wasser einfüllen, den Deckel wieder schließen und 5 Minuten ziehen lassen. Danach alles Wasser abgießen bis auf 10 ml, also etwas weniger als einen Esslöffel, also im Grunde fast gar nichts. Soße und Gewürze hinzufügen, umrühren, fertig.

Die Nudeln selbst haben einen süßlichen, fast schon gebäckartigen Eigengeruch. Interessant. Sie sind dezent grau, aber längst nicht so tiefschwarz wie auf der Packung abgebildet. Die Soße riecht sehr gut, süß, würzig und aromatisch. Und das obligatorische Probetröpfchen hat schon ein bisschen Schärfe im Gepäck. Nicht schmerzhaft und eigentlich noch nicht mal besonders doll, aber doch spürbar. Schmeckt ein bisschen wie eine schön würzige, rauchige Barbecuesoße. Sesam und Nori sind halt Sesam und Nori. Und dann das Öl. Hoppla! Das ist gar nicht das pure, ungewürzte Sojaöl, das in der Zutatenliste steht. Das ist ja doch gewürzt, und wie! Meine Damen und Herren: Da kommt die Schärfe! Sehr gut. Das brennt und britzelt, dass es eine Freude ist. Jetzt mal schauen, wie sich das alles im Zusammenspiel anfühlt.

Geschmack

Emma’s Meinung: Sie schmecken… interessant. Weiß noch nicht genau, ob mir der Geschmack zusagt oder nicht, aber langweilig sind sie auf jeden Fall nicht. Da ist einiges los im Mund. Und, für uns ja immer mit am wichtigsten: Sie sind definitiv nichts für Weicheier. Die haben ordentlich Wumms. Während der ganzen Fotosession brannte mein Mund fröhlich vor sich hin, aber auf gute Art. Für uns kann es ja gar nicht scharf genug sein. Weil es aber bekanntermaßen für viele andere, die nicht so abgebrüht sind wie wir, durchaus doch scharf genug sein kann, hier eine Warnung: Die Dinger sind heftig. Aufpassen und gegebenenfalls das Öl, das ich als Hauptschärfequelle vermute, erst einmal etwas vorsichtiger dosieren. Richtig guter Schärfegrad, es brennt überall, wo es nur brennen kann. Jetzt aber auch nicht sooo extrem, dass man sofort ins Krankenhaus oder in eine Wanne voller Milchprodukte müsste zum Entschärfen, aber doch eine ganze Spur mehr spicy als so manches, wo „Spicy“ dransteht. Echt gut.

Und jetzt zum Geschmack. Der ist sehr eigen, sowas hatten wir bisher noch nicht. Geht vielleicht am ehesten wirklich in Richtung Barbecue, hat aber weniger Süße. Ist sehr deftig und pikant, und durch die kleinen Algenstückchen kommt noch mal eine Prise salziger Meeresgeschmack dazu. Je länger ich es mir überlege und mich dran gewöhne, umso mehr taugt es mir. Es ist kein Geschmack wie Buldak, der einen gefühlt in den Arm nimmt mit seinem süßen, unverwechselbaren, heimeligen Aroma. Da ist der hier schon etwas rauer, herber, unzugänglicher. Ganz und gar nicht unangenehm, aber in meinen Augen auch nicht so ein richtiges Wohlfühlessen. Es macht Spaß, es ist aufregend und aromatisch. Aber es ist kein Gericht, wo man sich am liebsten reinlegen würde.

Aber ich will es jetzt gar nicht unnötig schlechtreden, das Zeug schmeckt schon geil. Gut gewürzt und ausgewogen, kein Aroma, das besonders präsent im Vordergrund steht und wo man sagen könnte, das schmeckt ganz eindeutig nach der und der Zutat. Den Geschmack von Ghost Pepper habe ich jetzt nicht so präsent, vielleicht schmeckt es danach, vielleicht auch nicht. Aber es ist auf jeden Fall eine gute Mischung ohne irgendwelche unangenehmen Störnoten. Die Nudeln sind recht dünn und in ihrer Konsistenz nahezu perfekt. Ein bisschen mehr Soße könnte ruhig da sein, teilweise ist es etwas trocken. Ist aber nicht so schlimm, das stört nicht arg. Die Noodlicious Ghost Pepper werden definitiv noch öfter bei mir im Einkaufswagen landen – hoffentlich gibt es sie lange und nicht nur als Aktionsprodukt.

Sam’s Meinung: Action mausert sich momentan zu unserem Lieblingsladen. Letzte Woche war ich dreimal (!) dort und habe jedes Mal jede Menge Fresszeug und Technik in meinen Einkaufswagen gepackt. Von Nüssen über Kabel, eine Tastatur, Chupa Chups Bodymist bis hin zu (natürlich) Ramen! Unser Grundnahrungsmittel! Ich muss zugeben, ich war skeptisch ob die Noodlicious Ghost Pepper Flavour wirklich was draufhaben. Die meisten Ramen aus irgendwelchen Läden wie Netto, Aldi und Co. sind ja eher solala, nicht aber diese hier!

Geschmacklich sind sie echt schwer einzuordnen und noch schwerer zu beschreiben. Wie soll man Ghost Pepper Flavour erklären? Sie schmecken auf jeden Fall ein wenig ungewöhnlich (aber positiv) und scharf. Ich würde sagen, sie sind sogar richtig scharf für ungeübte Gaumen! Sie kommen zwar nicht ganz an das Original oder die Samyang 2x Spicy ran, hauen aber deutlich mehr rein als die Sachen, die hier üblicherweise in den Regalen stehen. Das gefällt mir außerordentlich gut muss ich sagen! Auch extra Öl und Sesam ist eher eine Seltenheit bei preiswerten Ramen. Beides passt wunderbar zu der würzigen Soße. Die Nudeln könnten für meinen Geschmack einen Tick dicker sein, sind aber trotzdem extrem lecker, vor allem zusammen mit den restlichen Zutaten. Von den Noodlicious Ghost Pepper brauche ich jetzt definitiv einen riesigen Vorrat! Für nur 89 Cent liefert Action hier aber mal so richtig ab! Für den Preis gibt es normal Tütchen-Ramen, aber keine Becher. Top! Zurück zu Emma:

Tipps zum Pimpen

Gepimpt habe ich das Ganze heute mal mit Mais, angebratener Spitzpaprika und lustigen kleinen Chilisalamistückchen. Dann noch etwas Frühlingszwiebel dekorativ drübergeworfen – zack, fertig. Gerade der Mais passte gut dazu mit seiner Süße. Ich kann mir das Gericht aber auch gut vorstellen mit deftigen Zutaten wie Zwiebeln oder Knoblauch. Hach, ich könnte direkt noch ne Portion… 🤭


Fazit

Schärfe

Preis (UVP)

0,89 €

Wertung   (0 - 10)

9
Sehr Gut
Emotion begeistert
Emma

Emma

Kaufe oder esse oder fotografiere alles, was sich nicht schnell genug retten kann - je nach Situation. Stellt mich einfach irgendwo am Meer ab und ich bin glücklich. 😊

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Schweinchen