Namdong Beef Jjigae Flavour

Langweiliges Nudelgericht, dein Name ist Namdong.

Es ist neu, es wird auf Social Media gehyped, es sind Ramen – zack, schon stehen die oxidierten Schweine bereit, um für euch zu testen, was es mit den trendigen Nüdelchen auf sich hat. Instant-Ramen sind vor allem dank Buldak und den diversen Challenges absolut beliebt. Auf den Erfolgszug will nun auch Unilever aufspringen und bringt eine Reihe von Nudeln „mit koreanischen Geschmacksrichtungen“ auf den Markt. Also nichts original koreanisches wie Buldak, sondern wahrscheinlich für den europäischen Geschmack angepasst und ordentlich entschärft. Ob das gut ist oder nicht, werden wir gleich herausfinden. Erhältlich sind sie in Deutschland seit Ende 2025, und zwar als Noodle Pot und als Tüte jeweils in den Sorten Beef Jjigae („Jjigae“ bedeutet Eintopf), Chicken Jjigae und Kimchi Jjigae, letzteres sogar vegan. Wir probieren heute mal den Beefbeutel.

Auf ihrer Webseite erklären sie, dass koreanisches Essen super ist, aber sie hätten beobachtet, dass viele mit der Schärfe zu kämpfen haben. Dabei hätte es doch jeder verdient, die guten Speisen zu genießen. Deshalb haben sie es sich zum Ziel gesetzt, den authentischen Geschmack Koreas allen zugänglich zu machen, und zwar, Achtung: Durch einen anpassbaren Schärfegrad! Das ist in meinen Augen Marketinggeschwätz und wird seit jeher sowieso schon so gemacht. Wenn einem die Ramen zu scharf sind, gibt man halt weniger von dem scharfen Pulver bzw. Soße dazu. Keine Raketenwissenschaft eigentlich, aber irgendwie muss man sich ja von der Konkurrenz abheben. Namdong bedeutet übersetzt übrigens „südlicher Stadtteil“, weil in einem südlichen Stadtteil Seouls das Geschmacksabenteuer der neuen Marke begonnen hat und sie dort Bissen für Bissen die Seele der koreanischen Küche aufgesogen haben. Nun denn.

Ein hipper Comictiger namens Rami, der Goldkettchen und eine blondierte Boybandfrisur trägt und der noch nicht mal ansatzweise so kultig und drollig ist wie das Buldak-Maskottchen Hochi, schaut uns mit verwegenem Blick von der Packung entgegen. Auf der Webseite von Namdong wird er ausführlich vorgestellt inklusive Steckbrief. Mich spricht er kein Stück an, aber ich gehöre sehr wahrscheinlich auch nicht zur anvisierten Zielgruppe. ^^ Er dient auch als Scharf-o-Meter: Auf einer Skala mit unterschiedlich glücklich dreinblickenden Ramis sieht man, wie man sein Chilibeutelchen dosieren soll. Kein Beutel, halber Beutel, ganzer Beutel. Wie gesagt, keine Raketenwissenschaft.

Außer dem Chilipulver sind unter anderem folgende Zutaten enthalten: Sojasoßenpulver, Karotten, Zwiebeln, Frühlingszwiebeln, Gemüsesaftkonzentrate… Hört sich doch gar nicht mal so schlecht an. Die Kalorien werden nur für das fertig zubereitete Produkt angegeben, es sind 89 pro 100 Gramm. So, dann jetzt mal Schluss mit der grauen Theorie, wir haben hier schließlich noch was zu tun. Auf an den Herd!

Zubereitung

450 ml Wasser zum Kochen bringen, die Nudeln und das Soßenpulver dazugeben, Chilipulver nach Belieben auch. Wir nehmen selbstverständlich das ganze Tütchen, ich gehe nicht davon aus, dass das auch nur ansatzweise scharf sein wird. 4 Minuten kochen lassen, ab und zu rühren. Fertig.

Das ist schon eine ordentliche Menge Chilipulver, ein richtig großer Beutel. Vielleicht und hoffentlich ist davon dann doch was zu spüren hinterher. Das Soßenpulver selber macht eine paprikaigen Eindruck, einige kleine Trockengemüsestücke sind auch dabei. Der Geruch beim Kochen ist nicht näher bestimmbar, es riecht irgendwie rot, wenn das Sinn macht. Rot und deftig. Es sind keine Chilidämpfe zu spüren, nichts brennt in Augen oder Nase. Nach 4 Minuten Kochzeit fällt auf: Die Nudeln sind noch gar nicht fertig, die sind immer noch in ihrer Blockform und machen auch keine Anstalten, sich daraus zu lösen. Ich lasse sie mal noch 2 Minuten länger kochen, vielleicht wird das ja noch.

Geschmack

Emma’s Meinung: Am Ende hat sich der Block erfreulicherweise tatsächlich noch in Einzelnudeln geteilt. Sieht auch alles recht appetitlich aus, wie sie da so in der roten Brühe herumdümpeln. Allerdings ist von der Brühe nach ein paar Minuten Fotosession schon kaum noch was zu sehen, die Nudeln saugen unheimlich schnell die Flüssigkeit auf. Selbst nach 6 Minuten Kochzeit sind sie noch ziemlich fest, aber nicht auf gute, elastische Art wie zum Beispiel die Nongshim, eher auf unfertige Art. Aber das wäre wahrscheinlich auch nicht mehr besser geworden, wenn man sie noch länger drin gelassen hätte, ich glaube, die sind einfach so. Schärfe ist marginal vorhanden, aber echt nicht der Rede wert. Bei der Menge Chilipulver hätte ich erwartet, dass das ein ganzes Stück feuriger ist und nicht nur ein bisselchen an den Lippen kribbelt. Aber wie schon befürchtet: Alles abgestimmt auf die verweichlichten mitteleuropäischen Gaumen. Absoluter Kindergarten im Vergleich mit den richtig scharfen Sorten, das ganze Theater mit der Dosierungsanleitung hätte es auch nicht gebraucht. Und das ist jetzt kein Kokettieren mit unserer Schärfetoleranz – ich würde meinen, selbst als ungeübter Scharfesser kann man hier bedenkenlos den ganzen Beutel reinleeren. Aber bevor ihr dann alle in Flammen aufgeht und wir sind schuld, tastet euch halt vielleicht doch lieber erst mal ran. Halben Beutel rein und probieren, nachschärfen kann man ja später immer noch.

Jetzt fragt ihr euch bestimmt alle ganz ungeduldig „Warum schreibt die Olle denn nix zum Geschmack?!“. Tja. Es schmeckt halt kaum nach was. Nach Rind schon mal gar nicht, und auch sonst eigentlich nach nichts. Wenn ich mich festlegen müsste, würde ich vielleicht auf irgendwas Tomatiges tippen. Aber da ist keinerlei Substanz oder Tiefe, keine geilen Gewürze und absolut gar kein Wiedererkennungswert. Wirklich gar nicht! Was für ein Quatsch. Das ist so ziemlich das belangloseste Nudelgericht aller Zeiten. Das einzige, was davon in Erinnerung bleibt, sind die komisch bissfesten dicken Nudeln. Nach dem Essen hinterlässt es keinen wie auch immer gearteten Nachgeschmack im Mund, selbst das kleine Bäuerchen hinterher war geschmacksneutral. Ein Essen zum Vergessen. Immerhin war die Portion recht groß und sättigend mit 120 Gramm im Rohzustand. Aber da hätte man auch 120 Gramm Sägespäne mit Ketchup essen können, und das wäre wahrscheinlich noch würziger gewesen.

Sam’s Meinung: Ich hatte zuerst völlig vergessen, welche Geschmacksrichtung diese Ramen eigentlich haben sollten. Beim Essen war es irgendwie komplett undefinierbar. Von „Keine Ahnung“ bis „Was weiß ich denn“ war alles dabei, nur kein Geschmack. Dann nochmal auf der Verpackung nachgeschaut: Beef! Hää? Wo? Wenn ich es beschreiben müsste, was ich jetzt versuche, dann war es eher leicht säuerlich mit einer dezenten Süße und viel Langeweile. Auch die Nudeln sind bei der Konkurrenz wie Nongshim deutlich besser.

Bei dem Tütchen mit dem Chilipulver ging es mir wie Emma: Die Erwartung war groß, weil sich darin echt viel Inhalt befindet aber das Resultat war ein Witz. Ich frage mich ja ernsthaft, welche Chilisorte das gewesen sein soll und ob es überhaupt eine war. Vielleicht mischt Rami das Zeug aus Baby-Paprikas im Labor zusammen. Hätte man ein Stückchen vom Maskottchen durch den Fleischwolf gedreht, wäre wenigstens echter Beef-Geschmack dabei gewesen. So war’s eher ein Aromaversteckspiel. Mit ganz vielen zusätzlichen Pimp‑Zutaten ging es dann einigermaßen. Sorry, Unilever – das war nix!

Tipps zum Pimpen

Da musste heute einiges aufgefahren werden, um das Gericht ein bisschen aufregender zu machen. Vom lieben Sam habe ich gelernt, dass Zwiebeln angebraten mit Chiliflocken ziemlich tufte sind. Ich hab sie in Sesamöl gebraten, das ist dann noch mal ein anderer, aromatischer Geschmack. Ein bisschen gekochten Brokkoli dazu, frittierten Knoblauch, Sesam und die gute Buldak-Soße aus der Flasche drüber, und dann das Highlight, das ihr unbedingt alle mal nachmachen müsst: Spam Katsu! Das ist so unglaublich lecker! Frühstücksfleisch aus der Dose in Scheiben schneiden, in Mehl und verquirltem Ei wenden, dann in Pankomehl, und dann einfach in der Pfanne braten. Echt der Hammer. Und macht so richtig satt, ich habe dann noch nicht mal mehr die langweiligen Nudeln aufgegessen. ^^ P.S. Ja, das sind wirklich Leuchtstäbchen!


Fazit

Schärfe

Preis (UVP)

1,49 €

Wertung   (0 - 10)

3
Schlecht
Emotion enttäuscht
Emma

Emma

Kaufe oder esse oder fotografiere alles, was sich nicht schnell genug retten kann - je nach Situation. Stellt mich einfach irgendwo am Meer ab und ich bin glücklich. 😊

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