Garten of Banban
Ein gar nicht mal so phänomenales globales Phänomen.
So kurz vor dem Jahresende müssen wir noch mal richtig einen raushauen. Haltet euch fest: Wir testen heute ein globales Phänomen!! 😯 Jedenfalls wird es so im Nintendo eShop bezeichnet. Ich hatte vorher noch nie davon gehört, aber ich lebe ja gamestechnisch auch unter einem dicken fetten Stein. Und wenn Sam hier über ein globales Phänomen nach dem anderen schreibt, Smiskis, Labubus und wie sie alle heißen, dann will ich heute auch mal. Es ist zur Abwechslung mal ein gruseliges Gruselspiel, in dem wir einen Kindergarten erkunden, aus dem alle Insassen verschwunden sind. So weit, so gut – mit Kindern wäre das wahrscheinlich noch ne Spur gruseliger, so hat man jetzt wenigstens seine Ruhe. ^^
Der Beschreibungstext gibt nicht viel her, außer dass es in dem Kindergarten Maskottchen gibt oder gab, die sogenannte Banban and Friends-Gang. Eltern wollten ihre Kinder in eine seriöse Lerneinrichtung schicken, dann waren die Kinder plötzlich weg, dafür sind wir jetzt da, wer auch immer wir sind. Und wahrscheinlich lungert auch noch das eine oder andere Maskottchen da herum, würde ich mal vermuten. Außerdem ist auch noch eine Drohne am Start, mit der wir durch die Räume navigieren und die uns Gesellschaft leistet, wenn wir uns einsam und ängstlich fühlen, was laut Beschreibung oft der Fall sein wird. Ich fühle mich jetzt schon ein bisschen ängstlich. Bin ein Schisser vor dem Herrn und mag sowas eigentlich überhaupt nicht, aber hier, globales Phänomen und so. Hab sogar mal irgendwann ein Dubaischokoladenerfrischungsgetränk getrunken, das war auch ein globales Phänomen. Und wahrscheinlich noch gruseliger als das Spiel. Das ist immerhin ab 12, vielleicht wird es also nicht so Hardcore werden. Knifflige Rätsel werden auch noch angekündigt, und das ist alles, was es an Infos gibt. Ob ich einfach mal anfange? Na gut. Für euch.
Erste Schritte und Flugmanöver
Oh nein, es geht direkt los mit einer eingeblendeten Warnung. Furchteinflößende Bilder, laute Geräusche, Spielen auf eigene Gefahr. 🫣 Beim Startbildschirm kann man einen ersten Blick auf die Maskottchen erhaschen, die allesamt recht freundlich und gar nicht bedrohlich wirken. Ihr könnt euch ja spaßeshalber mal die Farben von den Tierchen merken. Des Weiteren hat man die Wahl, ein neues Spiel zu beginnen, an den Einstellungen herumzuschrauben (Helligkeit, Steuerungsempfindlichkeit, diverse Audioeinstellungen. Auch Untertitel lassen sich bei Bedarf einblenden) oder sich die Credits anzuschauen.
Man kann mit der A-Taste die Zeit vorspulen, was wichtig ist für Eltern, die ihr Kind suchen, erklärt uns der erste Tutorial-Bildschirm. Nachdem wir das probehalber ein paar Mal gemacht und die Zeit ein paar Stunden vorwärts gedreht haben, geht es los: Wir befinden uns in einer Art Warteraum, wo wir uns frei umherbewegen können. Mit dem linken Stick läuft man, mit A interagiert man mit der Umgebung, mit gedrücktem Stick wird gesprintet. Die Grafik sieht erstaunlich gut aus, gar kein Vergleich mit den Rotzspielen, die ich bisher hier so getestet habe. Richtig schön und hochauflösend und detailliert. Wenn man mit etwas interagieren kann, verändert sich der Cursor ein bisschen. So habe ich jetzt ein nicht näher definiertes Dingsi vom Schreibtisch aufgehoben und später mittels Tastendruck eine Tür geöffnet. Es ist ganz still, keine Musik, kaum Geräusche. In einem Lagerraum finden wir eine Nachricht von einem der verschwundenen Kinder, inklusive gezeichnetem Monstervogel.
Ach so: Wenn ich die Beschreibung im eShop nicht gelesen hätte, wüsste ich überhaupt nicht, worum es geht. Es gab keine Einleitung in irgendeiner Form, wer, was, wie, warum – keine Ahnung. Außer der Zeichnung liegt da auch noch eine Drohne mit Fernsteuerung herum, für die wir jetzt erst mal Batterien suchen müssen. Die liegen plötzlich auf einem Tisch, wo sie vorher definitiv nicht lagen. It’s magic! Kaum sind die Batterien eingelegt, kommt uns auch schon die munter leuchtende Drohne entgegengeflogen. Eine kurze Einführung zur Steuerung gibt es: Mit ZL kann man die Drohne herbeirufen, mit ZR lenken. Dann düsen wir mal los. Sie fliegt sich nicht unbedingt intuitiv, aber nach ein bisschen Herumprobieren hab ich gemerkt, was die von mir wollen: Man visiert mit dem Cursor den Punkt an, wo das Teil hinfliegen soll. Dann drückt man die rechte Schultertaste und die Drohne macht sich selbstständig auf den Weg dorthin. So habe ich mittels Drohne einen unerreichbaren Schalter aktivieren können, der eine Tür öffnet. Und hindurch!
Räume, Rätsel, Riesenvögel
Wir landen auf einem Korridor und können von dort aus in verschiedene Räume schauen – hoppla, hat da nicht gerade etwas um die Ecke gelugt?! Die Atmosphäre ist nicht direkt bedrohlich, zum Glück gibt es keine unheimliche Musik. Aber man findet immer wieder Inschriften an den Wänden, die alles andere als fröhlich klingen. Die Spielphysik ist recht gut gelungen, man kann das Mobiliar prima durch die Gegend kicken. Die verschiedenen Zimmer sind sehr schön abwechslungsreich: Jetzt bin ich auf einem Indoor-Spielplatz gelandet, richtig farbenfroh. An der Wand steht geschrieben, wir müssen 6 Eier suchen und an einen Riesenvogel verfüttern. 3 finde ich, die anderen sind dann wohl woanders. Mal schauen. Ein Durchgang ist mit Brettern zugenagelt, da komme weder ich noch die Drohne durch. Eine Einblendung erklärt, dass wir dafür ein Werkzeug brauchen. Von dem Korridor gehen noch zwei weitere Räume ab, die sind aber noch gesperrt. Wahrscheinlich muss ich da erst die Aufgaben aus den ersten Räumen lösen, bevor es weitergeht. Also wieder zurück zum Anfang, mal schauen, ob sich da mittlerweile irgendwelche Eier materialisiert haben. Nope, keine Eier. Aber ich finde in dem Eierraum einen weiteren großen roten Knopf, den ich mit der Drohne drücken kann, und schon erscheinen einige Eier. Logisch? Nö. Egal. An einer Stelle habe ich einen Stuhl umgeschubst und er fängt an, sich wild im Kreis zu drehen wie die berühmte Spinning Cat. Noch ein globales Phänomen! Oder halt ein Bug.
Nachdem ich alle 6 Eier gefunden und verfüttert habe, kann ich mir als Belohnung eine Schlüsselkarte aus dem Vogelschnabel pflücken. Die schaltet in einem anderen Raum einen weiteren roten Buzzer frei. Beim Betätigen desselben öffnet sich ein zuvor verschlossener Schrank, wir finden einen Hammer und können den Weg freihämmern in dem anderen Zimmer, in dem es bisher nicht weiterging. Als nächstes landen wir in einem großen, unangenehm dunklen Raum. Es gibt einen Notstopp-Schalter und sonst nicht viel. Ich bin in die komplette Dunkelheit geplumpst und offenbar gestorben. Der Buchstabe S erschien, dann die Meldung, dass ich A drücken soll, um neu geboren zu werden. Gesagt, getan. Man landet wieder an der gleichen Stelle, jetzt sind allerdings komische Spuren an der Wand zu sehen, die vorher meines Erachtens nicht da waren. An anderen Ende des Raumes, durch den Abgrund getrennt, in den ich eben gefallen bin, leuchten ein paar Lichter mit der Überschrift „What was my color?“. Keine Ahnung. Ich schicke mal die Drohne rüber. Hm, scheint nicht vorgesehen zu sein. Aber da ist noch ein Schalter. Ich drücke – eine Art Sofa erscheint, das einen eventuell über den Abgrund bringt. Aber wie? Ah, mittels Schalter. Natürlich.
Drüben angekommen, versuche ich das Farbrätsel zu lösen. Nach ein bisschen Herumprobieren und schließlich dank Google gelingt es mir, den Maskottchen ihre passende Farbe zuzuordnen. Eine neue Schlüsselkarte erscheint, und etwas Unerwartetes! Will jetzt nicht übel spoilern, aber das war ein ganz netter Moment. Bissi hab ich mich erschreckt, aber alles noch im FSK 12-Rahmen. ^^ Es folgt eine etwas forderndere Actionsequenz. Nachdem das Spiel vorher die ganze Zeit ruhig und ohne Eile absolviert werden konnte, ist das jetzt ein netter Kontrast. Musste es mehrmals probieren, bin dauernd gestorben. Bei jedem Tod erschien ein Buchstabe. Warum? Keine Ahnung, Wörter ließen sich jedenfalls nicht daraus bilden. Nach einigen Anläufen und einem ordentlichen Adrenalinschub hab ich es dann geschafft. Puh. Ein weiterer Raum kann jetzt erkundet werden. Wobei, erkundet ist übertrieben. Viel zu entdecken ist da nicht. Ab und zu findet man mal einen Schnipsel, eine Kinderzeichnung oder eine Bordkarte. Aber auch hier wieder: Warum? Keine Ahnung. Man drückt auf kleine und auf große Knöpfe, viel mehr Interaktion findet nicht statt. Jetzt ist nach Knopfdruck ein Kassettenrekorder erschienen – hören wir uns mal an, wer uns da sein Mixtape hinterlassen hat. Man hört anscheinend die Ereignisse vom Tag des großen Verschwindens. Kinderlachen, Getöse, dann Stille.
In einem anderen Raum ist jetzt wieder ein neuer Schalter erschienen. Nicht lang fackeln, draufdrücken – und ab geht die wilde Fahrt! Ein improvisierter Aufzug fährt uns in die pechschwarze Tiefe, ein Alarm geht los… Und das Spiel ist zu Ende. Zack, das war’s. Keine Ahnung, ob ich irgendwas hätte anders machen können oder sollen. Eine Auflösung gibt es nicht, ein richtiges Ende auch nicht… Tja, also. Was soll man davon halten? Besonders lang war das jetzt auch nicht unbedingt. Ich stelle mich nicht sehr geschickt an bei sowas, aber arg viel länger als eine Stunde oder anderthalb war das nicht. Für geübte Spieler wahrscheinlich höchstens halb so lange. Und am Ende ist man so schlau wie vorher…
Zusammengefasst
Hm… Dem Spiel zugute halten muss man auf jeden Fall die Grafik, die ist richtig gut gelungen. Auch das Setting und die Atmosphäre sind durchaus okay. Man kann es auch als etwas älteres Kind oder als generell ängstlicher Mensch ganz gut ertragen, die Stimmung ist nicht durchgehend gruselig. Einen Schreckmoment gab es und eine dezent nervenaufreibende Verfolgungsjagd, aber abgesehen davon läuft man herum, drückt auf Knöpfe und findet irgendwelche Zettel. Das mit der Drohne ist eine nette Idee, ihre Steuerung nicht optimal, aber es geht schon. Bisschen ärgerlich, wenn man im Nebenraum steht und die Drohne an einen Punkt schickt und sie versucht, geradewegs durch die Wand zu fliegen und man immer nur in der Ferne die Andötz-Geräusche hört… Sonst ist sie ein nettes Gimmick, um irgendwelche unzugänglichen Schalter zu erreichen. Aber von Trost und Freund, wie in der Beschreibung angekündigt, kann keine Rede sein. Ist halt ne Drohne, sonst nix.
Und was das alles jetzt sollte, so insgesamt, weiß ich leider auch nicht. Von der Story hat man nicht viel erfahren, immer nur zusammenhanglose Schnipsel, die zwar interessant, aber nicht wirklich erhellend sind. Da hätte man definitiv mehr draus machen können. Der Ansatz ist gut, die Ausführung eher halbgar. Und es ist halt wirklich lächerlich kurz. Keine komplette Zeitverschwendung – gerade am Anfang, wenn man noch nicht weiß, was einen erwartet und man sich so langsam an das Spiel herantastet, ist es ganz spaßig. Aber so im Großen und Ganzen hätte ich von einem globalen Phänomen doch ein kleines bisschen mehr erwartet. 🤷♀️
Aber, Nachtrag: Es gibt wohl mittlerweile ganze 9 Teile von dem Spiel. Da wird dann bestimmt mehr von der Story und den Hintergründen enthüllt. Oh, und jede Menge Merch gibt es zu kaufen! Ganzkörperkostüme! Plüschies! Aber warum bloß? So kultig war das Spiel jetzt echt nicht, dass das irgendwie sinnvoll oder gerechtfertigt wäre. Na ja, wurscht. Für 99 Cent hab ich es jetzt halt mal gespielt. Könnt ihr auch, müsst ihr aber nicht. Egal.
* Das Beitragsbild wurde von uns mit Hilfe des „Bing Image Creator“ erstellt.



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