Paldo Bogle Ramen Dakgalbi Flavor

Die wärmen einen von innen an kühlen Tagen.

Eigentlich wollten wir heute ja was ganz anderes für euch testen. Kurze Recherchen haben aber ergeben: Das ist mittlerweile gar nicht mehr erhältlich, und bevor wir euch den Mund wässrig machen mit einem Produkt, das ihr nicht kaufen könnt, haben wir spontan umdisponiert. Es ist ja nicht so, als hätten wir nicht den ganzen Ramenschrank voll mit testenswertem Material. ^^ Heute geht es nun also um Bogle Ramen. Kennt ihr nicht? Ich bisher auch nicht, aber das wird sich gleich ändern.

Hersteller ist mal wieder Paldo, diesmal allerdings der vietnamesische Ableger davon namens Paldo Vina. Sie haben ihren Sitz nicht in Korea, sondern in Vietnam, stellen Gerichte koreanischen Ursprungs her und beliefern Asien und die ganze Welt mit ihren Köstlichkeiten. Kaufen kann man die Produkte in Deutschland anscheinend ausschließlich bei Go Asia, das ist aber nicht schlimm – wenn ihr keinen dieser Läden in der Nähe haben solltet, gibt es auch einen Onlineshop.

So, und was ist das jetzt überhaupt, was hier heute in unseren Ramenschüsseln landet? Auf jeden Fall etwas Scharfes, wenn man dem Packungsaufdruck glauben darf. „So Hot“ steht drauf, ein flammenspeiendes Comic-Männchen kriegt ein bisschen die Krise – das sieht durchaus so aus, als wäre das was für uns Schärfejunkies. Dakgalbi Flavor sagt mir im ersten Moment nicht viel, aber dafür gibt es ja Google: Es handelt sich um ein südkoreanisches Gericht, scharfes gebratenes Hühnerfleisch mit Süßkartoffeln, Kohl und Gochujang-Paste. Klingt durchaus yummy. Kleiner Fun Fact: Dak ist das koreanische Wort für Hähnchen, Galbi bedeutet Rippchen. Es werden aber keine Hühnerrippen verarbeitet, das Gericht erhielt seinen Namen, als ersatzweise Hühnerfleisch anstelle von Schweinerippchen verwendet wurde, als dem Erfinder des Gerichtes, einem Schweinefleisch­restaurantbetreiber, irgendwann in den 60er-Jahren mal das Schwein ausging. So, jetzt wissen wir das auch. Und falls ihr zwischen dem 14. und 18.10. zufällig in Südkorea sein solltet, könnt ihr sogar ein Dakgalbi-Festival in Chuncheon besuchen.

Aber erst mal probieren, ob das überhaupt was taugt, bevor ihr aus Versehen auf ein Festival von einem Gericht fahrt, das gar nicht schmeckt. Das wäre ja Zeitverschwendung. Gucken wir mal, was da so drin ist: Neben den Nudeln ist Würzpulver enthalten, eine ölige Soße und getrocknetes Gemüse. Das Pulver besteht aus so interessanten Zutaten wie Kohlpulver, Kaffeeweißer, Chili, Paprika und sogar Kimchi. Im Sößchen sind Kohl, Knoblauch und Paprika verarbeitet, und auch das Trockengemüse wartet mit Kohl auf, außerdem sind Karotte, Zwiebeln und Soja-Eiweiß am Start. Das klingt alles sehr ansprechend, also schnell in die Küche und losgekocht, die Ramentesterin kriegt Hunger! Ein kurzer Blick auf die Nährwerttabelle lässt mich kurz zusammenzucken: 471 Kalorien pro 100 Gramm, das ist Rekord bis jetzt. Und in der Packung sind ganze 118 Gramm! Das sind fast so viele Kalorien wie bei einer ganzen Tafel Schokolade, huiuiui. Aber das lässt auf ein schmackhaftes Essen hoffen, so viele Kalorien kommen ja nicht von ungefähr. 

Zubereitung

500 ml Wasser zum Kochen bringen, die Nudeln und das Gemüse hinzufügen, 4 Minuten kochen lassen. Das Wasser abgießen, 2-3 Esslöffel zurückbehalten. Dann das Würzpulver und die Soße hinzugeben, umrühren, aufessen.

Wenn man die Packung öffnet, schlägt einem tatsächlich schon durch die verschlossenen Tütchen ein leichter Kohlduft entgegen. Kein Wunder bei der Menge von dem Zeug, die da drin ist. Die Gemüsestückchen sind groß und zahlreich, das gefällt mir, ebenso wie der schön runde Nudelbatzen, der wunderbar in den Topf passt. Das Würzpulver ist sehr rot und riecht nicht besonders stark, in der Soße schwimmen richtig viele Stücke von knusprig frittiertem Gemüse. Das obligatorische Probetröpfchen wie auch der Geruch der Soße verraten: Jepp, hier ist eindeutig Kohl im Spiel.

Geschmack

Emma’s Meinung: Oh wow, das ist scharf! Da rechnet man als Nudeltester schon gar nicht mehr so richtig mit, weil so oft Hot oder Spicy oder Ultramegascharf draufsteht und es so selten wirklich mal ein ordentliches Schärfelevel hat. Die hier können was, da brennt gleich beim ersten Bissen der Mund und alles drumherum. Ich bin zugegebenermaßen im Moment etwas erkältet und meine Schleimhäute so vielleicht etwas empfindlicher als normalerweise, aber ich würde behaupten, selbst in gesundem Zustand würde ich die als überdurchschnittlich spicy empfinden. Da merkt man richtig was beim Essen, und das ist gut so! Auf genau so was stehen wir ja. Aber weil das bekanntlich nicht jedermanns Sache ist, hier der ausdrückliche Warnhinweis: Schärfealaaarm! Stellt euch ein Glas Milch bereit, oder ein Stück Brot, oder ein Schlückchen Öl zum Mundausspülen – klingt garstig, ist aber effektiv. Das Öl bindet die Schärfe und kann dann einfach ausgespuckt werden. Mit Wasser spülen ist übrigens kontraproduktiv, das verteilt die Schärfe nur, anstatt sie zu neutralisieren.

Aber wie schmecken die Dakgalbi-Nüdelchen denn nun? Erst mal die Nudeln selbst: Die sind ziemlich klasse, haben eine sehr angenehme Dicke und Textur. Geht in Richtung Nongshim und gefällt mir sehr gut. Geschmacklich bin ich nicht soo arg begeistert, vor lauter Schärfe tritt das Aroma ziemlich in der Hintergrund und ist nicht besonders prägnant. Den Kohl schmeckt man wohl, aber sonst? Hm… Eine gewisse Süße schwingt mit, aber ansonsten schmeckt es einfach nur rot, falls das irgendwie Sinn macht. Es ist definitiv kein Geschmack, den ich unter hundert anderen herausschmecken würde, kein großer Wiedererkennungswert meines Erachtens.

Lecker ist es schon, man kann es gut wegschnabulieren. Aber anders als bei anderen Ramen veranlasst es einen nicht dazu, bei jedem Bissen ein wohliges „Mmmh“ von sich zu geben. Die Gemüsestücke kommen gut zur Geltung, die sind richtig schön groß, man spürt sie beim Kauen und auch geschmacklich sind sie gut erkennbar. Aber sonst ist es einfach ein rotes, etwas eintöniges Gericht mit einer guten Schärfe, aber ohne besondere Merkmale. Aber mir kam schon zu Ohren, dass es da jemanden gibt, der das ganz anders sieht. Ich übergebe einfach mal an Sam:

Sam’s Meinung: Ich muss sagen, mir haben die Paldo Bogle Ramen Dakgalbi Flavor sehr gut geschmeckt. Die Nudeln sind super und haben genau die richtige Dicke, um sich perfekt mit der Soße zu vermischen. Geschmacklich hat das Gericht wirklich ordentlich Wumms, was die Schärfe betrifft. Für das nicht gelogene „So Hot“ gibt es direkt einen Extrapunkt. So muss das sein! Apropos Punkte: Während Emma bei 6-7 lag und ich bei 7-8, haben wir uns bei den Paldo Bogle Ramen schließlich in der Mitte getroffen.

An unsere Lieblingsnudeln wie die Samyang 2x Spicy oder Nongshim Super Spicy kommen sie zwar nicht ran, aber ich habe auch schon deutlich unleckere Ramen schnabuliert. Die Soße schmeckt lecker würzig und spicy, das Päckchen Gemüse ist eine schöne Ergänzung, die auch nicht immer selbstverständlich ist, und die Portionsgröße ist ebenfalls okay. Während der Kohl richtig hervorsticht und mal etwas anderes ist, hätte ich das Hühnchen bei einer Blindverkostung eher weniger herausgeschmeckt. Trotzdem ist das Ganze für mich echt stimmig und landet definitiv wieder in meinem Einkaufswagen. Für 1,39 Euro bekommt man hier ein ordentliches Essen, von dem man, ausgesetzt auf einer verlassenen Insel, kalorientechnisch locker drei Wochen mit einer Portion überleben könnte. Mit etwas Pimpung wahrscheinlich noch länger, deshalb schnell wieder zurück zu Emma. 😊

Tipps zum Pimpen

Kimchi ist sowieso schon ein bisschen drin, also hab ich auch noch welches dazugetan. Passte sehr gut. Außerdem noch Hühnerfiletstreifen, um den kaum vorhandenen Hühnergeschmack ein bisschen zu unterstreichen. Ein Ei, gebratene Lauchzwiebeln, frischer Knoblauch, frittierter Knoblauch, Mayo und noch ein bisschen schwarzer Sesam, weil mit dem einfach jedes Essen direkt viel besser aussieht.


Fazit

Schärfe

Preis (UVP)

1,39 €

Wertung   (0 - 10)

7
Gut
Emotion freudig
Emma

Emma

Kaufe oder esse oder fotografiere alles, was sich nicht schnell genug retten kann - je nach Situation. Stellt mich einfach irgendwo am Meer ab und ich bin glücklich. 😊

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Schweinchen