My Little Ramenbar
Casual Game My Little Ramenbar Nintendo Nintendo Switch
Ein Spielchen für zwischendurch, das genauso süchtig macht wie Ramen.
Was haben Ramen und billige Switch-Spiele gemeinsam? Na? Naaa? Genau: Sie werden hier von mir für euch getestet. Und da liegt es ja wirklich nahe, dass ich diese beiden kleinen Guilty Pleasures mal miteinander verbinde und ein billiges Switch-Spiel zum Thema Ramen unter die Lupe nehme. Preislich liegt es etwas außerhalb meiner Komfortzone: Ich habe die gesamten 99 Cent-Titel durchgescrollt und nichts Passendes gefunden, aber dann lachte es mir im eShop entgegen. „My Little Ramenbar“, für sage und schreibe 1 Euro! Aber man gönnt sich ja sonst nichts. Also schnell das Kleingeld aus der Sofaritze gepult und ab zur Kasse.
Es war ein ziemlicher Blindkauf: Im eShop erfährt man so gut wie gar nichts über das Game, außer dass es bis zum 07.12. im Angebot ist. Es steht sehr kurz und knapp da, dass man mit Hilfe von köstlichen Rezepten gesunde Mahlzeiten kreieren und seine Kunden zum Lächeln bringen soll. Mit dem Geld, das man verdient, kann man Küchenequipment kaufen und schließlich alle Level durchzocken. Es gibt über 100 Stück davon und eine Vielzahl an Nudelgerichten. Na gut. Das muss reichen an Informationen. Wenigstens fantasieren sie diesmal nichts von Immersion und atemberaubender Grafik zusammen. Und wo keine „lebensechte Physik“ vorkommt, kann die auch nicht in die Hose gehen. Okay, dann gucken wir uns das mal an. Kochmütze aufsetzen, Stäbchen in Kampfposition bringen und ab dafür!
Leckere Zutaten für hungrige Gäste
Aha, na, das ist ja mal was: Die Switch muss hochkant gehalten werden… Ob das auf Dauer so bequem ist, bezweifele ich jetzt einfach mal. Aber wir werden sehen. Vom Startbildschirm aus lächeln uns eine freundliche kleine Ramenköchin und ein Startknopf entgegen. „Hello and welcome to Ramen town!“ sagt die gute Frau im nächsten Bildschirm. Und dann heißt sie auch noch Emma – das Schicksal schlägt manchmal seltsame Kapriolen. ^^ Unser Ziel ist es, verschiedene Ramen zu meistern und der beste Koch in Ramenhausen zu werden. Okidoki! Im ersten Level erklärt uns Emma Schritt für Schritt auf Englisch, was wir tun müssen. Ein Kunde erscheint und wünscht sich ein Gericht. Tippt man auf das Gericht, wird angezeigt, aus welchen Zutaten es besteht. Die liegen schon fein säuberlich sortiert und sehr appetitlich bereit und warten nur auf ihren Sprung in die Suppenschüssel.
Das Spiel wird per Touchscreen gespielt, die Knöpfe kommen nicht zum Einsatz. Einfach die gewünschten Zutaten antippen und dann, aber erst ganz zum Schluss, die Brühe. Das ist wichtig, denn mit der Brühe ist das Gericht beendet, auch wenn man noch nicht alles Nötige reingeworfen hat. Ein Timer läuft ab – im ersten Level sind es 30 Sekunden, man kann aber auch jederzeit pausieren, falls man gerade mal wohin muss. Im Pausenmenü kann man per Klick das Level neu starten, zurück zur Levelübersicht oder Musik und Sound ausschalten. 1-3 Sterne gibt es zu ergattern. Für jede erledigte Bestellung gibt es ein paar Münzen als Belohnung, je nachdem, wie schnell der Gast bedient wurde. Diese Münzen müssen per Klick eingesammelt werden, sonst kommt kein neuer Kunde an diesen Platz. Ziel für dieses Level waren 30 Münzen. Absolut gar kein Problem, das zu schaffen. Nach Ablauf der 30 Sekunden wird abgerechnet, ich habe aus Versehen sogar ein paar Achievements freigespielt: Braised Pork Ramen und die Kunden Boy und Girl. Für jede Errungenschaft bekommt man auch noch mal ein bisschen Geld. Okay, jetzt wissen wir, wie der Hase läuft und wie die Nudelsuppe kocht, dann mal auf zum 2. Level. 98 Münzen müssen verdient werden und ein neues Gericht ist am Start. Sieht durchaus lecker aus, irgendwas mit Eiern. Jetzt wird es schon etwas stressiger: Viele Kunden gleichzeitig, die nicht nur essen, sondern auch trinken wollen… Aber ich gebe mein Bestes, so wie es sich für einen ordentlichen Ramenkoch gehört, und schaffe das vorgegebene Ziel mit Bravour.
Pimp your kitchen
Mit den 1-3 Sternen, die es pro Level zu gewinnen gibt, kann man den Profit, den die verschiedenen Gerichte abwerfen, erhöhen. 5, 10 oder 15% mehr Münzen gibt es dann für das Gericht seiner Wahl. Ein Upgrade kostet 5 Sterne. Wenn man sich später noch mal umentscheiden möchte, was die Skillung angeht, kann das Ganze wieder rückgängig gemacht werden für 20 Geldscheine. Ich steigere mal die einfachen Schweinefleischramen. Und weiter geht’s. Level 3. Da war die Zeitvorgabe jetzt etwas länger, über eine Minute, und es gab als Belohnung nicht nur Geld, sondern auch blaue Blitze. Was die können, weiß ich nicht. Das rote Herzchen am oberen Rand füllt sich im Verlauf des Levels, aber was das bedeutet, ist leider auch nicht ersichtlich.
Wenn man sich bei einem Gericht vertut und falsche oder zu wenige Zutaten nutzt, kann es nicht mehr verwendet werden und muss in den Müll. Das sollte man aber nicht zu oft machen, denn jede Zutat steht nur in einer begrenzten Menge zur Verfügung. Man kann neue ordern mit Hilfe des Telefons auf der Theke. Dafür müssen einige der Münzen, die in dem Level erspielt wurden, eingesetzt werden. Wenn ein Kunde zu lange nicht bedient wird, wird er stinkig und verschwindet irgendwann.
Mit den insgesamt gesammelten Münzen und den verdienten Geldscheinen kann man dann seine Küche aufmotzen. Verschiedene Optionen stehen zur Auswahl: Man kann die Preise und somit den Gewinn für Getränke erhöhen, kann die Kochdauer der Ramen verringern und noch irgendwas mit dem Telefon machen. Weiß nicht genau, was, aber das geht eh erst ab Level 31, da brauchen wir erst mal nicht weiter drüber nachzudenken. Im weiteren Verlauf werden auch noch mehr nützliche Goodies freigeschaltet, die einem zu mehr Münzen verhelfen, aber teilweise sehr kostspielig sind, da muss man eine Weile für zocken, um sich die leisten zu können. Im Item Shop kann man seine Geldscheine in noch mehr Münzen umwandeln.
Nach den ersten 15 Leveln kann ich schon mal sagen: Joah, macht durchaus Spaß. Ein nettes Spielchen für zwischendurch mit fairem Schwierigkeitsgrad. Man muss sich schon konzentrieren und muss schnell und aufmerksam sein, aber dann sind die 3 Sterne schon machbar. Bisher. Und es hat auch ziemliches Suchtpotential. Nur noch ein Level, und dann noch eins, ach komm, eins noch… Wie das halt so ist. Bequem ist es allerdings tatsächlich nicht besonders, die Konsole aufrecht in der Hand zu halten. Deshalb wäre schon ab und zu mal ein Päuschen ratsam, damit die Hand nicht zu sehr verkrampft.
Die Musik ist recht repetitiv, stört aber auch nicht weiter. Die Grafik ist hübsch im Comic-Stil, die Ramen sehen sehr appetitlich aus und lassen das kleine Ramen-Fanherz hüpfen. 😊 Auch der Hintergrund in der Levelübersicht ist nett anzusehen, Kirschbäume und Glückskatzen inklusive.
Zusammengefasst
Bis Level 46 bin ich jetzt gekommen, und es macht immer noch Spaß. Zwar ist es in den höheren Leveln so gut wie unmöglich, volle 3 Sterne zu verdienen – keine Ahnung, wie das gehen soll, ich koche Ramen in Überschallgeschwindigkeit, mehr geht nun wirklich nicht. Aber immerhin das vorgegebene Mindestziel habe ich jedes Mal problemlos erreicht, ohne ein Level wiederholen zu müssen. Es kommen immer mehr Zutaten dazu, die Gerichte werden aufwendiger und die Kunden ungeduldiger. Da muss man sich tatsächlich ziemlich konzentrieren, aber es artet nie in Stress aus. Im Gegenteil, ich finde es auf seltsame Art entspannend, auch wenn der Zeitdruck da ist. Schade nur, dass manche Features wie die blauen Blitze und die roten Herzen nirgendwo erklärt werden. Einen kleinen Bug gab es: Als ich zu einem ganz frühen Level zurückgekehrt bin, weil ich irgendwas nachschauen wollte, hat Emma mir per Einblendung mitgeteilt, dass man neue Items freispielen kann. Diese Nachricht ließ sich nicht wegklicken, ich musste das Spiel beenden und noch mal neu starten. Erfreulicherweise blieb mein Fortschritt aber erhalten, von daher: Halb so wild. Alles in allem ein spaßiges, anspruchsloses Casual Game, an dem man einige Stunden Freude hat. Ob man da jetzt unbedingt Geld für ausgeben muss ist fraglich, aber es war ja nur ein Euro. Passt schon.
* Das Beitragsbild wurde von uns mit Hilfe des „Bing Image Creator“ erstellt.



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