Youmi Sweet and Spicy Carbonara Flavour

Gewöhnungsbedürftig und seltsam, aber irgendwie auf gute Art.

Heute gibt es mal einen Zufallsfund, ein Schnäppchen aus dem Action. Die Instant Udon Noodles von Youmi hatte ich noch nie vorher irgendwo gesehen, die Packungen sehen bunt und nett und ansprechend aus, es steht „Spicy“ drauf, und dann kostet das Ganze nur 99 Cent – dass ich das nicht einfach da im Regal liegen lassen kann, ist doch wohl klar. Ich hatte beim ersten Kauf „Hot and Spicy Cheese“ gewählt und gar nicht besonders viel erwartet, war dann aber beim Essen so positiv überrascht, weil die wirklich richtig lecker und auch ordentlich scharf waren, dass ich direkt noch ein paar Packungen für meinen Vorrat holen wollte – hatten sie nicht mehr. Dafür aber eine andere Sorte, „Sweet and Spicy Carbonara Flavour“. Bestimmt auch gut, also flugs gekauft und ein Probeexemplar zwecks gemeinschaftlicher Erst-Testung quer durch Deutschland Richtung Sam geschickt. So tufte Nudeln haben ganz ohne Frage ein Review verdient. Hier ist es!

Man findet im Netz tatsächlich gar nicht mal so viel zu der Marke Youmi. Keine Kooperationen mit Influencern, kein Marketinggedöns, keine Steckbriefe der Maskottchen… Das ist schon mal positiv. Hier geht es anscheinend wirklich nur um die Nudeln und nicht um den Hype. Allzu viele Infos oder Hintergrundwissen können wir euch deshalb aber auch nicht weitergeben. Es handelt sich um eine Eigenmarke des niederländischen Importeurs Herman Kuijper BV, der seit einigen Jahrzehnten europäische Groß- und Einzelhändler mit asiatischen Lebensmitteln versorgt. Hergestellt werden die Nudeln in China, aber von wem und ob da eine bekannte Marke hintersteckt, konnte ich leider nicht herausfinden. Es gibt von Youmi Bowls mit Süßkartoffelnudeln, Beutelchen mit Instant-Mie-Nudeln, Cups mit Reiskuchen und eben die großen Tüten mit den frischen Udon-Nudeln, denen wir uns hier und heute widmen wollen.

Auf der Packungsrückseite ist die Zutatenliste abgedruckt, in allen nur denkbaren europäischen Sprachen und so klein, dass ich lieber mein Vergrößerungshandy bemühe, bevor ich alte Frau mir hier die Sehmuskeln zerre. ^^ Drin befinden sich unter anderem Chilisoße, Sojasoße und auch noch Tomatensoße, als Gewürze sind Knoblauch, Zwiebel und nicht näher definiertes Aroma am Start, außerdem Aspartam für die Süße. Die Kalorien sind mit 159 pro 100 Gramm angegeben, die Portion besteht aus sehr stattlichen 227 Gramm.

Zubereitung

Die Zubereitung ist super unkompliziert: Die Nudeln aus ihrer Plastikverpackung befreien und in eine Schüssel geben, mit kochendem Wasser übergießen (es steht keine Mengenangabe dabei, nehmt einfach so viel, dass die Nudeln gut bedeckt sind), nach 6 Minuten Ziehzeit das komplette Wasser abgießen, die Soße hinzufügen, umrühren, fertig. Was sofort ins Auge springt (zum Glück nur sprichwörtlich), sind die wirklich mega dicken Udon-Nudeln. Eine ganz andere Form als die mal mehr, mal weniger breiten Ramen, die wir bisher so getestet haben. Die sind wirklich gigantisch!

Nachdem sie 6 Minuten ordnungsgemäß vor sich hin gedümpelt und dabei nicht viel an Form oder Aussehen verändert haben, wird das Wasser abgegossen und die Soße kommt ins Spiel. Ein sonderbarer Geruch entsteht, als sie auf die Nudeln trifft. Sehr eigen und nicht näher einzuordnen, irgendwas in Richtung süßlich-nussig, mit einer Spur Räucheraroma. Wirklich nicht vergleichbar mit irgendetwas, was meine Nase bisher erschnuppern durfte. Aber nicht schlecht, nur ungewohnt. Das übliche vorab schnabulierte Probetröpfchen lässt Großes erahnen, es hat eine gute Portion Schärfe im Gepäck.

Geschmack

Emma’s Meinung: So! Dann schauen wir mal, ob die süß-scharfen Nudeln genau so grandios gut sind wie ihre käsig-scharfen Kollegen. Sie sind wunderbar ummantelt mit Soße, aber es ist nicht so, dass sie in der Soße schwimmen. Viel zum Aufschlürfen wird da hinterher nicht mehr übrig sein. Die Nudeln sind richtig schön dick, da hat man ordentlich was zu kauen. Ist mal was anderes als die dünnen Ramennudeln, aber was einem da jetzt mehr zusagt, ist wie immer Geschmackssache. Und Geschmackssache ist mit Sicherheit auch die Soße. Ich bin sicher, dass sie sehr vielen da draußen überhaupt nicht schmecken wird, weil sie wirklich sehr, sehr speziell ist. Und scharf! Würde fast sagen, sie ist nicht viel weniger scharf als die Buldak Carbonara, aber das ist dann auch alles, was sie mit denen gemeinsam hat.

Wie man auf die Idee kam, das Gericht Carbonara zu nennen, ist eigentlich nicht erklärbar. Mit der guten, alten italienischen Carbonara hat es wirklich 0,0 zu tun, aber wirklich sowas von gar nichts. Es könnte gar nicht weiter davon entfernt sein. Und auch mit Buldak Carbonara finde ich nicht viele Ähnlichkeiten. Den Geschmack kann man eigentlich nicht beschreiben, den muss man selber probieren. Es ist ein bisschen süßlich, aber auch sehr deftig und irgendwie käsig. Eine Räuchernote schwingt mit und eine amtliche Schärfe, die für Anfänger und Ungeübte, würde ich mal behaupten, ziemlich heftig sein dürfte. Aber das kann man ja immer noch auf ganz verschiedene Arten entschärfen. Schmelzkäse, Frischkäse, Milch…

Aber es schmeckt halt wirklich gut, auf eine schräge Art. Die Soße hat auf jeden Fall einen krassen Wiedererkennungswert, und das ist ja gar nicht mal so häufig. Es ist sicher kein Gericht für jedermann, deshalb keine uneingeschränkte Kaufempfehlung. Aber wer etwas Spannendes ausprobieren möchte und keine Angst vor seltsamen Aromen und einer guten Portion Schärfe hat, der sollte hier mal kosten. Apropos „kosten“: Es kostet ja echt nicht viel, das kann man ruhig mal riskieren. Und apropos „gute Portion“: Da kommt auch ordentlich was in die Schüssel. Nudeln satt, allerdings keinerlei Einlagen in Form von Gemüse oder Zeugs zum Drüberstreuen. Nur Nudeln und Soße, ein Mahl für Puristen. Tipps zum Pimpen findet ihr unter „Tipps zum Pimpen“. 😁

Sam’s Meinung: Erstmal vielen lieben Dank an Emma für die Ramenzusendung. Als ich die riesige Verpackung gesehen habe, war ich schon gespannt wie ein Flitzebogen, was mich erwarten würde. Von Youmi habe ich noch nie etwas gehört – waku waku! Und weil heute Ramen‑Review‑Tag ist: Tüte auf, zubereitet und selbst zwei Stunden später bin ich noch pappsatt von der Portion! Selten war mein Bauchi für 99 Cent so gut gefüllt.

Die Nudeln erinnern am ehesten an sehr dicke Spaghetti – also komplett anders als die übliche Ramen‑Pasta. Mit meinem schicken japanischen Sakura-Löffelchen bin ich nicht weit gekommen, weil die Nudeln sehr flutschig sind und eine ungewöhnlich lange Länge haben. Eine Gabel hat das dann geregelt. Die Bissfestigkeit der Pasta passt sehr gut, und zusammen mit der recht eigenen Soße ergibt sich ein interessantes Gericht. Ich bin da voll und ganz Emmas Meinung – das wird nicht jedem schmecken, weil es echt etwas ungewöhnlich ist. Die Kombination aus Schärfe, Süße und Deftigkeit muss man mögen. Viel Carbonara habe ich aber nicht herausgeschmeckt. Trotzdem fand ich es lecker, und wenn man die Ramen noch ein wenig mit eigenen Zutaten pimpt, ergibt sich daraus eine riesige Portion Schmackofatz. Apropos Pimpen, ich gebe zurück an Emma:

Tipps zum Pimpen

Käse! Ich fand, das ist eine gute Ergänzung zum ohnehin schon dezent käsigen Geschmack der Soße. Hab deshalb alles aufgefahren, was der Kühlschrank so zu bieten hatte: Geriebenen Cheddar, Schmelzkäse, Gouda und Mozzarella, und das Ganze habe ich dann einfach kurz in der Mikrowelle schmelzen lassen. Ein paar Lauchzwiebelchen noch oben drauf gestreut, weil Ramen ohne Lauchzwiebeln gar nicht erlaubt sind. Und fertig ist das sonderbar schmackofatzige Essen.


Fazit

Schärfe

Preis (UVP)

0,99 €

Wertung   (0 - 10)

7
Gut
Emotion freudig
Emma

Emma

Kaufe oder esse oder fotografiere alles, was sich nicht schnell genug retten kann - je nach Situation. Stellt mich einfach irgendwo am Meer ab und ich bin glücklich. 😊

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