Otoki Jin Ramen Spicy

Koreanisches Nudelsüppchen mit ordentlich Feuer und allerlei Einlagen.

Alles neu macht ja bekanntlich der Mai, also ist es nur konsequent, dass wir uns heute eine zumindest für uns neue Sorte Ramen anschauen. Grüße gehen raus an HarukaSakura, der sich diesen Test gewünscht hat – wenn ihr auch mal eure Lieblingsnudeln hier auf dem Prüfstand sehen wollt, schreibt es gerne in die Kommentare, wir sind offen für fast alles. Heute reisen wir geschmacklich mal wieder nach Südkorea, wo auch unsere All Time Favourites Samyang und Nongshim ansässig sind. Die Herkunft und der koreanische Packungsaufdruck Scharf Scharf Scharf unter einer etwas gequält lächelnden Comic-Flamme lassen Großes hoffen! 🤩

Jin Ramen Spicy wandern heute auf den Tisch und in den Nudeltestermagen. Hersteller des Süppchens ist Otoki, bis vor kurzem noch bekannt als Ottogi. Nach einem Rebranding haben sie das Packungsdesign stark geändert und aufgepeppt und firmieren jetzt unter dem moderneren und griffigeren Markennamen. Otoki bedeutet sowas wie Stehaufmännchen, das Credo des Herstellers ist es nicht, nach einem Sturz wieder aufzustehen, sondern gar nicht erst zu fallen. Das Motto: „Benutze dein Hirn, schwitze Blut!“ Ist mir alles zu schräg, ich will einfach nur Nudeln essen, und zwar möglichst gute.

Was sie auf ihrer Webseite über die Jin Ramen schreiben, hört sich schon mal recht vielversprechend an. Die Brühe wird mit neuseeländischem Rindfleisch hergestellt, 13 Stunden lang köchelt sie nach einer traditionellen Methode vor sich hin. Klingt gut und ist bestimmt schön würzig. Die Jin Ramen wurden seit der Markteinführung 1988 schon über 50 Milliarden mal verkauft, es gibt sie in 4 verschiedenen Geschmacksrichtungen, Mild, Veggie, Chicken und die Spicy, die wir heute unter die Lupe nehmen wollen. Knackig scharf sind sie angeblich und etwas für Ramen-Experten. Das sind wir, also her damit!

Kurzer Blick auf die Zutatenliste: Unter anderem Knoblauch, Chili, Zwiebeln, Soja und gerösteter Reis warten in pulverisierter Form darauf, uns ein Geschmackserlebnis zu bescheren. Auch getrocknete Gemüseflocken sind am Start, Chinakohl, texturiertes pflanzliches Protein (das sind diese lustigen kleinen Fakefleischbröckchen), Karotten, Pilze, Frühlingszwiebeln und Chili. Ganz schön was drin! Und auch ganz schön viele Kalorien, nämlich immerhin 420 pro 100 Gramm. Aber man gönnt sich ja sonst nichts.

Zubereitung

Man kann die Nudeln auf herkömmliche Art zubereiten oder laut Herstellerseite auch in der Mikrowelle. Dazu das Suppenpulver und das getrocknete Gemüse in eine mikrowellengeeignete Schüssel geben, die Nudeln drauflegen, 480 ml Wasser dazu und in der Mikrowelle bei 1000 Watt 8 Minuten lang erhitzen. Aber mit so einem neumodischen Kram fangen wir gar nicht erst an, wir machen das wie gewohnt auf dem Herd: Die Gemüsemischung mit 500 ml Wasser in einem Topf zum Kochen bringen, das Suppenpulver und die Nudeln hinzugeben und 4 Minuten kochen lassen, umrühren, fertig.

Das Gemüse macht einen guten Eindruck, während es da so im Wasser vor sich hindümpelt. Eine ordentliche Menge und auch schöne große Stücke. Das Suppenpulver riecht nach Knoblauch, und zwar amtlich. Gut so, Knoblauch geht immer. Als ich erschnuppern wollte, wie das brodelnde Süppchen so im Gesamtgefüge riecht, musste ich erst mal ein bisschen husten wegen der Chilidämpfe. Da könnte tatsächlich eine ganz gute Schärfe auf uns zukommen. Bin gespannt!

Geschmack

Emma’s Meinung: Es sieht auf jeden Fall schon mal sehr ansprechend aus. Die Brühe hat eine kräftig rot-orange Farbe, die Gemüsestücke leuchten daraus hervor, es macht alles in allem einen sehr appetitlichen Eindruck. Und es schmeckt tatsächlich auch ganz gut. „Ganz gut“, denkt ihr euch jetzt wahrscheinlich, „das klingt ja gar nicht mal soo begeistert“. Und ihr habt Recht, ich bin gar nicht mal soo begeistert. Die Suppe ist durchaus scharf, brennt gut und nachhaltig im ganzen Mundraum und hat auch ein recht leckeres, würziges Aroma. Die Nudeln sind super, schön dick und bissfest, und sie nehmen auf sehr gute Art die Suppe auf, wenn man sie etwas länger stehen lässt. Auch die Gemüsebrocken sind klasse und schmecken richtig intensiv, ebenso die nachgebauten Fleischstückchen. Den Knoblauch hat man mehr gerochen, als dass man ihn geschmacklich wahrnimmt, das ist ein bisschen schade.

Und auch sonst fehlt mir hier wieder mal der Wiedererkennungswert. Es schmeckt schon alles ganz gut, da gibt es gar nicht viel zu meckern, aber das Besondere, das Alleinstellungsmerkmal, das ein gutes Nudelgericht zu einem Absolute-Weltklasse-Nudelgericht macht, das vermisse ich hier. Aber ein großes Lob an die Nudeln, die sind echt top und bringen auch selbst schon eine gewisse Würzigkeit mit sich. Wenn man die Jin Spicy mit den Super Spicy vergleichen wollte, sind die Nongshim doch noch einen Ticken besser und aromatischer. Aber die Otoki sind schon in Ordnung. Sie sind gut scharf, es ist eine üppige Portion mit ihren 120 Gramm im Rohzustand, und letztendlich ist ja doch immer alles Geschmackssache. Ob ich sie noch mal kaufen würde, weiß ich nicht – dafür gibt es einfach zu viele Sorten, die mich wesentlich mehr begeistert haben. Aber es ist auch nicht so, dass ich den Kauf bereue. Eine gute, solide, scharfe, aber in meinen Augen doch etwas belanglose Nudelsuppe. Wir haben ein bisschen geschwankt zwischen 7 und 8 Punkten und uns letztendlich gemeinschaftlich für die 7 entschieden.

Sam’s Meinung: Ich fand die Jin Spicy Ramen durchaus lecker. Trotzdem fehlt ihnen, wie Emma schon schrieb, ein klarer Wiedererkennungswert. Samyang hat diesen unverwechselbaren Soßen-Geschmack, den man sofort herausschmeckt, und auch Nongshim sticht mit seinem eigenen Stil deutlich hervor. Genau hier hapert es bei den Jin Spicy. Die Soße schmeckt yummy, ist gut gewürzt und bringt solide Schärfe mit – aber das gewisse Etwas, das sie aus der Masse hervorheben würde, fehlt. Das neuseeländische Rindfleisch hat’s auf jeden Fall nicht rausgerissen.

Trotzdem muss ich das Nudelsüppchen insgesamt loben. Es ist angenehm viel getrocknetes Gemüse dabei, das tatsächlich nach etwas schmeckt. Die Nudeln haben eine perfekte Dicke und Flutschigkeit – und es steht nicht nur „spicy“ auf der Verpackung, sondern ist auch wirklich spicy. Da habe ich schon deutlich schlechtere Suppen-Ramen gegessen, aber eben auch bessere – wie die Super Spicy von Nongshim oder die Shrimp Creamy Tom Yum Flavour von Mama. Die Portion macht dafür gut satt, vor allem, wenn man sie noch ein wenig aufpeppt. Damit übergebe ich wieder an Emma.

Tipps zum Pimpen

Gepimpt habe ich heute mal mit etwas, das ich noch gar nicht kannte und einfach aufs Geratewohl im Asiamarkt mitgenommen habe. Marinierter Szechuan-Tofu, den ich zwecks Knusprigkeit mit Speisestärke bestäubt und dann einfach in der Pfanne angebraten habe, und Knoblauchsprossen. Wusste bis gestern gar nicht, dass so etwas überhaupt existiert, aber mein lieber Herr Gesangsverein: Die sind lecker! Kleinschneiden, ein paar Minuten mit Salz bestreut herumstehen lassen (so werden sie angeblich weicher und aromatischer), abtupfen und dann in einer Pfanne mit Sesamöl ein paar Minuten braten. Die schmecken so gut, die Dinger. Dezentes Knoblaucharoma, aber auf grüne, frische, gemüsige Art. Supergute Neuentdeckung und passte auch ganz wunderbar zu den Ramen heute. Zum Schluss habe ich dann nur noch ein bisschen gerösteten Sesam drübergestreut, und das war’s auch schon.


Fazit

Schärfe

Preis (UVP)

1,99 €

Wertung   (0 - 10)

7
Gut
Emotion freudig
Emma

Emma

Kaufe oder esse oder fotografiere alles, was sich nicht schnell genug retten kann - je nach Situation. Stellt mich einfach irgendwo am Meer ab und ich bin glücklich. 😊

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