Hidden Paws Mystery

Suchspielchen für frustresistente Katzenfreunde.

Es ist ja so: Bald ist Halloween. Da könnte man ja eigentlich mal ein gruseliges Gruselspielchen testen… 🤔 Nun ist es allerdings auch so: Ich bin ein Schisser vor dem Herrn. Schon allein beim Durchklicken der Galerien bei den entsprechenden Games im eStore habe ich mich gefürchtet, es wäre also wahrscheinlich insgesamt nicht so gut für mein Seelenheil, wenn ich solche garstigen Spukspiele zocken müsste. Für euch mach ich ja alles – aber das dann doch nicht. Aber zum Glück gibt es auch ein paar Spiele für Zartbesaitete. In die engere Auswahl für das Halloween-Review kamen ein Flipper und ein Katzensuchspiel. Was soll man zu einem Flipper groß schreiben? Eben. Also die Katzen, Katzen gehen immer. Aufmerksame Leser werden jetzt denken: „WTF? Sucht die Olle jetzt in jedem einzelnen Spiel immer nur noch Katzen?! Hat sie doch gerade erst!“ Euch sei versichert: Nein. Das ist ein Zufall. Kann ja keiner was dafür, wenn ständig überall Katzen versteckt sind. Und irgendjemand muss sie ja schließlich suchen, dann kann ich das genauso gut gleich jetzt und hier machen, dann ist das erledigt.

Diesmal also versteckte Kätzchen in mysteriöser Umgebung. Es ist kein Wimmelbildspiel im eigentlichen Sinne, sondern man muss wohl umherlaufen und Katzen in ihren Verstecken entdecken. 20 bizarre und geheimnisvolle Inseln gilt es zu erkunden, und überall sind, laut Beschreibungstext, kleine Katzen verstreut. „Manche frieren und hungern, andere interessieren sich eigentlich nicht für dich, dennoch miauen sie hartnäckig und du solltest vielleicht trotzdem für einen kleinen Moment innehalten und sie streicheln.“ 🤭 Und wenn das noch nicht zu halloweenig genug ist: Im Vorschauvideo ist ein kleines Mädchen zu sehen, das das Spiel zockt und plötzlich aus heiterem Himmel einen Hexenhut aufhat und sehr creepy in die Kamera lächelt. Gucken wir doch mal, ob mir das auch passiert.

Also dann, Katzensuchzubehör bereitlegen (Leckerlis, Kruzifix und Weihwasser – wegen Halloween, man weiß ja nie), und ab geht’s!

Umrunden, erkunden, Katzen gefunden

Zack! Man wird direkt ins kalte Wasser geworfen, im wahrsten Sinne, denn wir befinden uns tatsächlich mitten im Meer, vor uns eine Insel. Bewegen können wir uns nicht, nur die Kamera schwenken. Unten links in der Ecke wird eingeblendet, was wir suchen müssen: 5 Katzen und ein orangefarbenes Garn. Von dort aus kommt man auch ins Menü, hier kann man Inseln auswählen, wenn sie denn erst mal freigespielt sind, man findet eine Übersicht über die Steuerung und kann ein paar Einstellungen anpassen, unter anderem Bewegungsgeschwindigkeit, Zoomgeschwindigkeit und „Ja!“ Letzteres entpuppt sich, wenn man die Sprache interessehalber auf Englisch umschaltet, als Rotationsgeschwindigkeit. Nun ja. ^^ Man kann auch die Credits anschauen und den Fortschritt zurücksetzen. Dafür müssen wir aber erst mal Fortschritt machen. Und zwar genau jetzt! Wir gehen rein.

Die Grafik ist sehr hübsch anzusehen, Comicstil, aber sehr detailliert und hochauflösend. Die Steuerung ist dafür ziemlich gewöhnungsbedürftig: Man kann entweder den Touchscreen nutzen oder die Buttons und Sticks. Wenn man sich intuitiv nach vorn bewegen will, schwenkt stattdessen die Kamera nach oben. Auch das Rotieren und Zoomen via Gesten geht gar nicht mal so gut von der Hand. Aber vielleicht gewöhnt man sich da ja noch dran, mal schauen. Man befindet sich nicht wirklich auf der Insel und spaziert dort auch nicht herum, wie ich anfangs dachte – man sieht sie aus der Außenperspektive, kann die Kamera drehen und wenden und klickt nur dorthin, wo man mit etwas interagieren möchte. Quasi ein 3D-Wimmelbildspiel. Bei der ersten Kamerafahrt um das Inselchen sind schon entzückende Katzengeräusche zu hören, die lauter werden, sobald man sich dem Tierchen nähert. Oh, und da habe ich auch schon die erste entdeckt! Sie liegt einfach da herum und ist niedlich. Als ich sie streichele, wie sich das gehört, erscheinen ganz viele Herzchen. Hach… Die übrigen sind dann auch recht bald gefunden, das Areal ist klein, und es gibt nur wenig Versteckmöglichkeiten. Etwas Schwierigkeiten hatte ich mit der letzten, aber schwarze Katzen auf schwarzem Untergrund sind auch wirklich nur schwer zu sehen, das ist ein Naturgesetz.

Ist das Level gelöst, leuchtet ein Pfeil auf, und man kann zur nächsten Insel reisen. Auch die ist wieder nicht besonders groß, katzenpfotenförmig und wird von einer großen Katzenstatue bewacht. Die Hintergrundmusik ist jetzt eine andere: War sie im ersten Level noch recht episch und filmmusikmäßig, ist es jetzt ein sanftes Klavierstück. Beides aber sehr schön stimmig und gar nicht nervig. Jetzt müssen wir 4 Katzen finden und 3 Garnknäuel. Wir können Körbe öffnen, Efeuranken entfernen und mit lautem Scheppern Amphoren zerdeppern. Bald ist alles erledigt, und weiter geht’s.

Riesenpilze und Riesenfrust

Die Hinweise, die man sich mittels Tastendruck geben lassen kann, sind übrigens recht nutzlos: Man bekommt nur mitgeteilt, was man noch finden muss, aber nicht etwa, wo es liegt. Ziemlich überflüssig, denn es wird ja ohnehin eingeblendet, was man suchen soll. So, hier, nächste Insel: Auch wieder sehr klein und überschaubar, diesmal bewachsen mit mysteriösen Riesenpilzen. Das ist schon sehr hübsch anzusehen. Und dann: Wieder Riesenpilze, aber bei Nacht. Und die Insel ist deutlich größer. Man kann eine Laterne anzünden, aber man findet nix. NIX! Alles sieht gleich aus, ich habe keine Ahnung, wo ich schon überall gesucht habe. Die Kamera bleibt dauernd an den Pilzen hängen, die Steuerung ist frickelig und nervt mitunter sehr, dauernd machen irgendwelche Katzen Katzengeräusche, und ich hab schlechte Laune. Was so nett und harmlos angefangen hat, regt mich mittlerweile richtig auf. Ich habe keine Geduld für sowas!!! Zum Glück hat das Spiel ein Einsehen und lässt mich, obwohl ich erst 5 von 7 Katzen und ein bisschen Garn gefunden habe, weiter zum nächsten Level.

Die Inselchen sind echt hübsch und vielfältig, man könnte sich da so schön umschauen, wenn die Steuerung nicht so hakelig wäre. Nette Überraschungen findet man ab und an: Tierische Inselbewohner, ein Buch mit interessantem Titel oder eine ganze Ladung Gummienten, die einem entgegenpurzeln, als man eine Kiste öffnet. Man kann mit den meisten Gegenständen aber nicht interagieren, abgesehen von ein paar wenigen: So kann man zum Beispiel Kürbisse zerkloppen oder Felsen mit Augen andötzen. Die 20 Level sind total einfallsreich und kreativ gestaltet, verrückte und schräge Ideen findet man hier zuhauf. Manche Gegenden sind ganz zauberhaft, andere eher mysteriös und fast schon ein bisschen beunruhigend.

Zusammengefasst

Abgesehen von den Stellen, wo ich beinahe meine Switch aus dem Fenster geworfen hätte vor lauter Frust, geht es eigentlich. Die Steuerung ist nicht komfortabel, man muss schauen, dass man sich in einem Zusammenspiel aus Touch-Steuerung und Sticks irgendwie behilft. Aber es ist einigermaßen okay – wenn da nicht gerade hohe Bäume sind, an denen man gnadenlos hängenbleibt und bescheuert herumnavigieren muss, um sich da wieder zu befreien. Man gerät auch gerne unter irgendwelche Bänke und steckt dort fest, kann dann auch nicht mehr zoomen oder die Kamera drehen, man muss sich in Millimeterarbeit vor- und zurückruckeln, um irgendwie wieder herauszukommen. Sowas trübt den Spielspaß doch ziemlich. Aber trotzdem: Ich habe es durchgespielt, auch wenn ich zwischendurch echt genervt war. Aber die Neugier auf die neuen Inseln war doch groß genug, um weiterzuzocken. Und es hat ja auch nicht soo lange gedauert, ein paar Stündchen, dann war das erledigt. Allerdings habe ich auch nicht jede einzelne Katze und jedes Fitzelchen Garn gesucht – bin immer direkt zur nächsten Insel gedüst, sobald das Spiel es erlaubt hat. Sonst wäre ich bestimmt noch eine ganze Weile länger beschäftigt gewesen. Man kann, wenn man will, alle Inseln später noch mal ansteuern, um sie komplett zu lösen.

Alles in allem ein nettes Spielchen mit schönen Ideen, hübscher Grafik und atmosphärischem Soundtrack. Die Steuerung ist stellenweise sehr mühsam – wer sich davon nicht abschrecken lässt, kann hier für 99 Cent ruhig mal zuschlagen.

* Das Beitragsbild wurde von uns mit Hilfe des „Bing Image Creator“ erstellt.


Fazit

Pro

  • Vielfältige Umgebungen
  • Toller Soundtrack
  • Katzen

Kontra

  • Unpraktische Steuerung
  • Keine Hinweise
  • Sehr frustige Momente

Wertung   (0 - 10)

5
Geht so
Emotion neutral
Emma

Emma

Kaufe oder esse oder fotografiere alles, was sich nicht schnell genug retten kann - je nach Situation. Stellt mich einfach irgendwo am Meer ab und ich bin glücklich. 😊

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