BAIJIA A-Kuan Broad Noodle Spicy Hot Flavor
Breite Nudeln, taube Lippen, falsche Erwartungen.
So, heute wird’s spannend. Oder sogar, wie die gute Anya sagen würde, „Spannend, spannend!“ Denn heute testen wir Nudeln, die ich irgendwann schon mal probiert hatte und als recht unangenehm in Erinnerung habe. Mir graust es ehrlich gesagt ein bisschen davor, so garstig und muffig und modrig waren die. 🫣 Allerdings hatte ich sie damals privat gegessen und heute halt als Ramen-Reviewerin, das ist ja dann vielleicht noch mal was anderes, wenn man im Dienste der Wissenschaft daran geht. ^^ Wenn ich mich richtig erinnere, waren sie geschmacklich ähnlich wie die Guangyou Sour Hot, die Sam neulich als durchaus lecker empfand. Mal schauen, ob die Meinungen heute auch wieder so auseinander gehen.
Und zwar landen heute BAIJIA A-Kuan im Topf, auf dem Teller und im Magen. Hierbei handelt es sich zur Abwechslung mal um chinesische Nudeln, extra breit und nicht vorfrittiert. Und sogar das Original: Vom Erfinder der Chiliöl-Nudeln, steht stolz auf der Packung. Die Marke gibt es seit 2015, sie haben über 200 verschiedene Produkte im Programm, die sie in 30 Länder exportieren. Die Broad Noodles gibt es in 3 Geschmacksrichtungen. Neben den Spicy Hot, die wir heute probieren, weil wir einfach voll auf Spicy und Hot stehen, gibt es noch welche mit Sesampaste und mit sauer-scharfem Chiliöl. Außerdem bieten sie unter anderem noch gekochte Nudeln, Instant-Reisnudeln und sogar so verrückte Sachen wie selbsterhitzendes Essen und Kartoffelpüree mit Nudeln an.
Manche Händler im Internet sagen, die Nudeln wären mit Kartoffelstärke, der Packungsaufdruck sagt aber nö, die bestehen nur aus Weizenmehl. Eine gewürzte Ölmischung mit Sichuanpfeffer und Chili ist dabei, in der jede Menge Sesam herumschwimmt, und ein Beutelchen mit Würzpulver, bestehend unter anderem aus getrockneten Schalotten, Ingwer, Knoblauch und Hühneraroma. Außerdem noch eine Würzsoße aus so wilden Zutaten wie fermentierter Sojasoße und fermentiertem Essig. Spannend, spannend! 100 Gramm haben 427 Kalorien, eine Portion hat 110 Gramm.
Zubereitung
Und jetzt können wir das Unvermeidliche nicht länger vor uns herschieben – ab geht’s in die Küche. 😅 Die Zubereitung ist sehr einfach: Die Nudeln in eine Schüssel geben, mit 600 ml kochendem Wasser übergießen und 5-6 Minuten ziehen lassen. Dann das Wasser abgießen, Soße, Öl und Pulver zu den Nudeln geben, umrühren, fertig. Ergänzend zum englischen Packungstext empfiehlt der chinesische noch, die Schüssel abzudecken und auf dem Deckel das Beutelchen mit dem Öl zu erhitzen. Machen wir so. 👍
Das Öl riecht erst mal fremd, aber nicht soo unangenehm. Das Probetröpfchen schmeckt nach nicht viel, kratzt aber ein bisschen im Hals. Pro-Tipp: Beim Hinzufügen vom Pulver nicht zu nah mit der Nase drübergehen, es ist sehr fein gemahlen, staubt ein wenig und lässt sich schnell einatmen. *hust* Ordentlich große Schalottenstückchen sind drin. Schließlich noch die Soße, die intensiv nach Soja, aber insgesamt gar nicht so fürchterlich schmeckt. Muss ich meinen schlechten Eindruck revidieren? Mal schauen und probieren.
Geschmack
Emma’s Meinung: Ganz ehrlich: Es ist gar nicht so schlimm. Hatte ich viel übler in Erinnerung. Vielleicht war es doch eine andere Geschmacksrichtung, die ich damals gegessen hatte? Ich bin positiv überrascht. Die sind angenehm würzig und ein klitzekleines bisschen scharf. Nicht doll, nicht so, dass es im ganzen Mund brennt, aber doch spürbar. Ich könnte jetzt nicht sagen, wonach sie genau schmecken, aber auf jeden Fall haben sie einen diffusen Eigengeschmack. Die Nudeln sind mega dick und elastisch, da hat man richtig was zu kauen. Und auch die Gemüsestückchen machen was her. Haben eine stattliche Größe und schmecken intensiv nach Schalotte, wenn man darauf herumbeißt. Geschmacklich sind es nun wirklich nicht die besten jemals getesteten Nudeln, aber mir fällt ein richtiger Ramenblock vom Herzen, dass die nicht so schlimm sind wie erwartet. Viel besser tatsächlich als die Guangyou letztens. Wahrscheinlich hatte auch da wieder der Geist der Weihnacht seine Hände im Spiel und hat entweder an meinen Geschmacksknospen herummanipuliert oder heimlich die Würzung der Nudeln verändert. Oder ich hatte damals schlicht wirklich eine andere Sorte. Alles ist möglich. ^^
Die Nudeln haben 5 1/2 Minuten lang im Wasser gezogen, länger würde ich auch nicht empfehlen. So haben sie die perfekte Härte. Und neben den krass dicken Nudeln ist echt richtig was los auf dem Teller. Allerhand Sesamkörner, getrocknetes Gemüse und Chili ist dabei, so dass sowohl fürs Auge als auch für die Kaumuskeln Abwechslung geboten wird. Nach dem Essen lässt sich feststellen: Es hinterlässt einen öligen Film auf den Lippen, und nicht nur das, die Lippen fühlen sich auch einige Zeit später noch seltsam gereizt und irgendwie fremd an, wahrscheinlich wegen dem Sichuanpfeffer aus dem Gewürzöl, dem sagt man ja einen leicht betäubenden Effekt nach. Spannend, spannend! Noch mal kaufen werde ich die BAIJIA wohl nicht unbedingt, dafür gibt es zu viele andere Sorten, die einfach deutlich besser schmecken. Aber zum Ausprobieren war es schon ganz interessant.



Sam’s Meinung: Mir haben die Guangyou Sour Hot deutlich besser geschmeckt als die BAIJIA A-Kuan. Die waren etwas würziger. Diese Sorte fand ich geschmacklich eher langweilig. Auf der Packung steht, man solle die Nudeln 5–6 Minuten ziehen lassen. Ich habe nach 5 Minuten das Wasser abgegossen und fand das schon fast zu lang. Die Nudeln waren ziemlich weich, und ich hatte das Gefühl, noch eine Minute länger und sie hätten sich im Wasser einfach aufgelöst.
Obwohl mehrere Beutelchen mit Pulver, Soße und Gewürzen zusammengerührt werden, war nicht viel los auf der Zunge. Schärfe nur ganz dezent, und auch sonst hat das Gericht bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Der Geschmack war so neutral, dass er praktisch spurlos verpuffte, kein Vergleich zu Samyang oder Nongshim, die ich blind und im Halbschlaf noch erkennen würde. Die Ramen „Spicy Hot Flavor“ zu nennen ist ein Witz. Deshalb diskutiere ich sie von den eigentlich von Emma vorgesehenen 5 Punkten runter auf 4. 😈 Anstelle von „Spannend, spannend“ würde ich die BAIJIA A-Kuan eher so beschreiben:

Schon deutlich Besseres gegessen…
Tipps zum Pimpen
Gepimpt wurde heute mit lustigen Shimeji-Pilzchen (wichtig: Die müssen mindestens 7 Minuten lang gegart werden, damit sie bekömmlich sind!), Frühlingszwiebeln und süß-scharfen marinierten Hähnchendingern. Schwarzer Sesam drüber, ein paar Chiliflocken – fertig. Guten Appetit und frohe Schweinachten!







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