Paldo Bibimmen

Süß, sauer, bisschen scharf, apfelig, vegan, lecker.

Ich musste noch mal einkaufen gehen. 🤷‍♀️ Wir kaufen die Ramen ja immer relativ willkürlich. Was uns gerade im Regal anlacht oder nicht viel kostet oder sonst irgendwie auf sich aufmerksam macht, wird mitgenommen, ohne groß nachzudenken oder zu gucken, was das überhaupt so ist. So geschehen auch bei den Paldo Bibimmen alias Bibimmyeon, wie die koreanische Schrift laut Google im Klartext heißt. Heute soll getestet werden, also hab ich gestern fröhlich mein Einkaufswägelchen vollgeladen mit Pimpungs-Stuff. Und heute sehe ich auf der Packung und im einschlägigen Ramenforum: Die isst man kalt! Das ist ein kaltes Gericht!! Das ändert alles!! Musste also noch mal loszockeln und andere Zutaten holen. Aber das ist ja nicht schlimm, ich wollte es euch nur mal erzählen. ^^

Mit Paldo haben wir schon so semi-gute Erfahrungen gemacht. Nudeln mit überraschend süßer Soße sind uns damals in Gestalt von den Paldo Rabokki begegnet. Die waren eher so solala. Diese hier sollen auch süß sein, aber wenigstens nicht überraschend süß, hier steht es nämlich sogar drauf: 3 S – Spicy, Sweet, Sour. Und ein fruchtig roter Apfel leuchtet uns von der Packung entgegen, denn die Soße enthält Apfelkonzentrat. Spannend, spannend! Vielleicht auch spannend, jedenfalls für die Linguistiker unter euch: „Bibimmyeon“ bedeutet „gemischte Nudeln“. Weil halt Nudeln mit Soße vermischt werden. Es ist ein traditionelles koreanisches Gericht, die Soße besteht in der Regel aus Gochujang-Paste, Sojasoße, Zucker und Essig, kann aber munter variiert werden. Paldo stellt sie in der Instantvariante schon seit 1984 her. Und ein lustiges kleines Video haben sie auch. Alle mitschunkeln in 3-2-1: Video auf YouTube gucken.

So, aber was ist denn da überhaupt drin? An dieser Stelle ein kleines Lob an den Packungsdesigner: Es ist alles sehr übersichtlich und gut lesbar, da haben wir schon viel Schlimmeres gesehen. Die Nudeln bestehen hauptsächlich aus Weizenmehl, Palmöl und Kartoffelstärke, aber interessanter ist ja eh die Soße. Hauptzutat Zucker, das wird doch wieder knatschsüß… Ansonsten unter anderem noch Chilipfeffer, Sojasoße, Essig, Knoblauch, rote Chilipaste, Apfelkonzentrat und sogar Seetang. Das klingt alles ziemlich aufregend und gut, und vegan ist es auch noch. Stattliche 130 Gramm Inhalt hat der Beutel, und dieser Inhalt hat ebenso stattliche 418 Kalorien pro 100 Gramm. So, jetzt. Ab in die Küche, kalte Nudeln kochen!

Zubereitung

Die Nudeln in 500 ml kochendes Wasser geben, 3 Minuten kochen lassen. Dann das Wasser abgießen und die Nudeln mit kaltem Wasser abschrecken. Denn, wie gesagt: Es ist ja ein kaltes Gericht. Dann nur noch die Soße dazugeben, umrühren, aufessen.

Die Nudeln sind erstaunlich dünn, das Soßenpäckchen dafür recht dick und prall gefüllt. Wird auf jeden Fall keine trockene Angelegenheit, auch wenn es keine Nudelsuppe ist. Die Soße ist schön dunkel und dickflüssig und riecht hauptsächlich nach Essig. Ein von der Packung geschlecktes Probetröpfchen lässt mich erst mal ratlos zurück und bleibt auch die ganze Zeit während der Fotosession ziemlich hartnäckig am Gaumen hängen, auch wenn es nur ein winzigkleiner Tropfen war. Es ist süß, aber scharf ist es auch, und irgendwie auch ein bisschen sauer. Aber der Geschmack selber lässt einen jetzt erst mal nicht in Freudensprünge ausbrechen. Gucken wir mal, wie sich das gleich im Zusammenspiel mit den Nudeln entpuppt.

Geschmack

Emma’s Meinung: Och, die sind aber richtig lecker. Hätte ich jetzt nicht zwingend erwartet nach dem Geruch. Ein sehr ungewohnter Geschmack, gar nicht mal so schrecklich süß. Es schwingt eine fruchtige Süße mit, das ja, aber gleichzeitig kommt aus der einen Richtung die Schärfe, die nicht extrem ist, wirklich nicht, die aber aus irgendeinem Grund erstaunlich lange vorhält. Was auch immer es ist, es ist auch nach dem Essen noch dezent im Rachen spürbar. Es ist nicht die gewohnte Schärfe, die beim Essen wehtut und einem so richtig kräftig mit dem Hammer eins drüberbrät, eher was Subtileres im Hintergrund. (Auch hier vorsichtshalber noch mal der Hinweis: Das ist alles immer vollkommen subjektiv! Wir essen quasi nur scharf, NUR, und sind deswegen eventuell ein bisschen resistenter als der normale Nudelkonsument). Und aus der anderen Richtung gesellt sich dann zu Süß und Scharf noch Sauer in Form von einer ziemlich prägnanten Essignote. Alle 3 S präsentieren sich vorbildlich, da verspricht die Packung nicht zu viel.

Der Geschmack ist nicht wirklich vergleichbar mit etwas, das wir hier so aus dem normalen Leben kennen. Geht am ehesten vielleicht in Richtung Süß-Sauer-Soße vom Chinesen, aber mit viel mehr Substanz und halt nicht so süß, eher herb und süß gleichzeitig, falls das irgendwie Sinn macht. Ganz schwer zu beschreiben. Auf jeden Fall eine sehr gelungene Mischung, probiert das ruhig mal aus, da könnt ihr eigentlich nicht viel mit verkehrt machen, wenn ihr offen seid für ungewohnte, fremdländische Aromen. Die Nudeln sind auch super. Von der Dicke oder vielmehr Dünne her ähnlich wie die YumYums, sehr schön bissfest und elastisch und ganz und gar ummantelt mit der geilen Soße. Macht richtig Spaß, das zu essen.

Super auch, dass es kalt ist – an heißen Sommertagen ist das bestimmt ein tolles, erfrischendes Gericht. Und auch eine ordentlich große Portion. Und anders als bei anderen Nudelgerichten ohne Einlage fehlt mir hier tatsächlich nichts, es ist ein rundes, fertiges Gericht, wo ich mir wünschen würde, dass der Teller einfach nie leer wird. 🥹 Natürlich pimpen wir es trotzdem noch, wo kämen wir denn da hin? Und während ich das Zeug zusammenbastele, übergebe ich an das 4. tufte S neben Süß, Sauer und Scharf, nämlich an den lieben Sam.

Sam’s Meinung: Skeptisch war ich, als ich auf der Verpackung „Apfel“ gelesen habe. Sehr skeptisch! Schließlich schlürfen wir hauptsächlich deftige Ramen mit noch deftigeren Pimps dazu. Auch das „Mit kaltem Wasser abschrecken“ hat erstmal mich abgeschreckt – vor den Nudeln. In meiner Vorstellung hat sich irgendwas mit Spaghetti und Apfelmus zusammengebraut, doch es kam alles anders. Die Paldo Bibimmen waren lecker. Super lecker sogar. *Schleckt immer noch mit der Zunge um den Mund herum*

Dass man das Gericht nicht warm isst, ist mal was anderes und dass das Ganze fruchtig-süß schmeckt, ist ebenfalls mal etwas anderes. Beides passt allerdings hervorragend zusammen. Die Nudeln sind schön flutschig und haben eine ideale Dicke für die Soße. Die hat mich zuerst an Apfelessig erinnert, wurde aber mit jedem Löffel interessanter. Dezent scharf, säuerlich, apfelig, süßelig (habe ich erfunden), da ist im Gaumen direkt Tanzparty angesagt. Samba De Janeiro 🎶 Im Vergleich zu den würzigeren Alternativen kommt hier wirklich Sommerfeeling auf. Auch, wenn die Kalorien eher dagegen sprechen – aber hey, bei dem Geschmack darf das Bäuchlein ruhig ein bisschen wachsen. Die kommen bei mir auf jeden Fall wieder in den Einkaufswagen. Emma hat noch ein Ei zum Leben erweckt, deshalb gebe ich schnell wieder zurück zu ihren Pimptipps, bevor es abhaut. 🤭

Tipps zum Pimpen

Ich wusste über die Ramen nur, dass sie kalt sind und nach Apfel schmecken sollen. Was nimmt man da als Einlage? Eier gehen immer, das war schon mal geritzt. Und dann hatte ich eine Eingebung am Saure-Gurken-Regal! Puszta-Salat sollte es werden, der ist ja auch sauer und ein bisschen schärflich. Und was soll ich sagen: Es passte ganz hervorragend. Dann nur noch ein bisschen Sesam drüberrieseln lassen, und mehr brauchte es gar nicht.


Fazit

Schärfe

Preis (UVP)

1,99 €

Wertung   (0 - 10)

8
Sehr Gut
Emotion begeistert
Emma

Emma

Kaufe oder esse oder fotografiere alles, was sich nicht schnell genug retten kann - je nach Situation. Stellt mich einfach irgendwo am Meer ab und ich bin glücklich. 😊

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