Postcrossing

Jeder kriegt gerne Postkarten. JEDER!

Ich wollte euch mal von einem Hobby erzählen, das mich seit vielen Jahren begleitet und das vor allem für die kalte, dunkle Jahreszeit ganz hervorragend geeignet ist. Und zwar geht es um Postcrossing. Die Seite wurde vor 20 Jahren von einem portugiesischen Studenten ins Leben gerufen, der die Idee hatte, Menschen aus der ganzen Welt, unabhängig von Alter, Geschlecht oder was auch immer, miteinander zu verbinden – mit Hilfe von Postkarten. Knapp zusammengefasst läuft das so ab: Es wird einem per Zufallsprinzip ein anderer Teilnehmer zugelost, dem man eine Karte schickt. Im Gegenzug bekommt man selber auch eine Karte von irgendwem anders. So einfach ist das. Und soviel Spaß macht das!

Man kann in seinem eigenen Profil kurz beschreiben, wer man so ist und über was für Kartenmotive man sich besonders freuen würde. Man hat aber natürlich keinen Anspruch darauf, dann tatsächlich nur Karten mit seinen Wunschmotiven zu erhalten. Wenn jemand vom hintersten Winkel der Welt deine Adresse zieht, dann hat der in seinem Dorfkiosk vielleicht nicht so eine große Auswahl an Motiven zur Verfügung, und dann kriegst du halt eine einfache Touristenkarte aus Hinterstwinkelhausen. Aber gerade das macht es auch so spannend – man weiß nie, was kommt. Manche Teilnehmer machen sich richtig Mühe, schreiben die Karte voll bis auf den letzten Quadratmillimeter, und auf diesen letzten Millimeter pappen sie dann noch 5 Sticker. Andere schreiben „Happy Postcrossing“ und sonst nix. So verschieden, wie die Menschen sind, so verschieden sind auch ihre Karten.

Kurz zum Ablauf: Man klickt auf „Send a postcard“, dann erhält man völlig willkürlich die Adresse von irgendeinem anderen Postcrosser und eine Postcard-ID. Diese ID müsst ihr auf jeden Fall mit auf die Karte schreiben, damit der Empfänger sie später registrieren kann. Als frisch registriertes Mitglied kann man 5 Adressen gleichzeitig ziehen, das wird sukzessive mehr, je länger man aktiv dabei ist, bis man irgendwann sehr viel später bis zu 100 Karten gleichzeitig auf Reisen schicken kann. Am Anfang muss man sich ein bisschen gedulden, und das fällt schwer, da kann ich mich noch sehr gut dran erinnern. ^^ Sobald eine Karte beim Empfänger angekommen ist und er sie registriert hat, hat man wieder einen Slot frei, um eine neue Adresse zu ziehen. Das kann manchmal Wochen, wenn nicht sogar Monate dauern. Damit man nicht allzu lange warten muss, werden Karten nach 60 Tagen automatisch als „Expired“ gekennzeichnet, und man kann eine neue verschicken.

Sobald die Karte registriert wurde, wird die eigene Adresse an einen anderen Postcrosser ausgegeben. Der schaut sich dann dein Profil an, sucht ein Kärtchen aus, und irgendwann machst du den Briefkasten auf und da leuchtet dir eine Karte entgegen! So toll immer. 😊 Die Karte musst du dann natürlich auch registrieren. Einfach auf „Register a postcard“ gehen und da die ID eingeben, die aus dem Länderkürzel und einer Zahl besteht – diese Zahl ist übrigens die Anzahl der geschriebenen Postkarten aus diesem Land. In Deutschland sind wir mittlerweile bei über 16 Millionen, und insgesamt wurden weltweit seit Bestehen der Seite schon mehr als 80 Millionen Karten verschickt.

So, und das war es im ganz Groben auch schon. Es gibt noch viele nette Features: Man hat eine eigene Postkartenwand, wo man die gesendeten und empfangenen Karten hochladen und jederzeit betrachten kann. Man kann auch Favoritenherzchen verteilen, wenn einem eine Karte besonders gut gefällt. 😊 Es gibt diverse Statistiken, zum Beispiel sieht man, wie viele Karten man in welche Länder verschickt hat und wie lange sie unterwegs waren. Man kann auch Teilnehmer, die einem sympathisch erscheinen und die im Profil angegeben haben, dass sie an „Direct Swaps“ interessiert sind, per Direktnachricht anschreiben und privat mit ihnen Karten austauschen. Hat man mal nicht so viel Lust und Zeit, kann man sein Profil so lange man will auf „Inaktiv“ stellen, dann landet die Adresse so lange nicht im Lostopf.

Das macht alles so viel Freude, jeder einzelne Teil davon! Beim Adresse ziehen ist man immer ganz gespannt, in welches Land man etwas schicken darf. Dann schaut man das Profil an und geht im Geiste schon mal seinen Postkartenvorrat durch, was man Passendes nehmen könnte. Apropos Vorrat: Ihr werdet mit ganz anderen Augen einkaufen gehen, wenn ihr erst mal Postcrosser seid. Überall seht ihr Karten, und überall kauft ihr Karten. Es ist schrecklich, aber auf gute Art. 🤭 Dann schreibt ihr einen netten Text auf die Karte, und ab geht die Post! Postkarten in Deutschland kosten übrigens mittlerweile 95 Cent Porto, international sind es 1,25 Euro. War auch alles noch ein bisschen billiger, als ich meine letzte aktive Postcrossing-Phase hatte… Dann geht das Warten los. Karten innerhalb Deutschlands sind meist in ein paar Tagen da, andere brauchen wesentlich länger. Aber am Ende kommt dann immer die erlösende Mail: „Hurray! Your postcard arrived!“ Da stehen dann, wenn man Glück hat, auch noch mal ein paar nette Worte vom Empfänger drin. Und dann schon wieder warten… Man weiß, dass irgendjemand auf der Welt jetzt gerade an seinem Schreibtisch sitzt und unbekannterweise an einen denkt und einem einfach eine schöne Karte schreibt. Und irgendwann ist sie dann im Briefkasten und man bewundert das Motiv und liest den Text und freut sich, wenn das Kärtchen aus einem Land kommt, das man bisher noch nicht hatte, und freut sich aber trotzdem genauso, wenn es mal wieder Deutschland, Holland oder die USA sind. Das Ganze läuft übrigens auf Englisch ab, man sollte also einigermaßen fit in der Sprache sein oder halt ein Übersetzungstool nutzen.

So, dann wisst ihr das jetzt auch. Wollte ich nur kurz mal mit euch teilen. Wirklich eine rundum nette und spaßige und spannende Sache. Wenn ihr es ausprobiert: Viel Vergnügen und Happy Postcrossing! Und solche Schätze könnt ihr dabei ergattern, guckt mal:

Emma

Emma

Kaufe oder esse oder fotografiere alles, was sich nicht schnell genug retten kann - je nach Situation. Stellt mich einfach irgendwo am Meer ab und ich bin glücklich. 😊

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